Wirtschaft in Österreich


 

 

Inhaltsverzeichnis:

0       Österreich
1       Geographie

2
       Bevölkerung
2.1
    Religion
3
       Geschichte
3.1
    Franken- und
         Ostfranken

3.2
    Heiliges Röm. Reich
         (HRR) (962 - 1806)

3.3
    Kaisertum Österreich
         (1804 – 1867)
         Österreich-Ungarn 
         (1867 - 1918)
3.4
    I. Republik 
         (1918 –1938)
         und Drittes Reich 
         1938 – 1945)

3.5
    II. Republik (ab 1945)
4
       Politik
4.1
    Rechtswesen
4.2
    Militär
5
       Bundesländer
6
       Infrastruktur
7
       Wirtschaft
8
       Kultur
8.1
    Persönlichkeiten
8.2
    Festspiele
8.3
    Volkskultur
8.4
    Österreichische Esskultur
8.5
    Sport
8.6
    Gesetzliche Feiertage
8.7
    Höchste Bauwerke
8.8
    Schule und Ausbildung
8.9
    Gleichheit der
         Geschlechter

9
       Weitere Themen
9.1
    Österreich und
         Deutschland

9.1.1
Zitate
9.1.2
Literatur
9.2
    Portal Österreich
10
     Weblinks
11     Immobilien
12     Bücher
13     Reisen
14     Reisegewinnspiel
15     Reisenewsletter

         Weitere Länder

Wirtschaft in Österreich

Österreichische Wirtschaft
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Österreichische Wirtschaft ist genauso wie die Wirtschaft in den anderen EU-Ländern sehr stark durch Dienstleistungen geprägt. Die Dienstleistungen machen ca. 60 % des BIP aus.

Die österreichische Wirtschaft entwickelte sich anders als z.B. die deutsche. In Österreich wurde die Wirtschaft stark vom Staat beeinflusst. Einen starken Einfluss auf die Entwicklung hat der traditionelle Handel mit den Ländern hinter dem ehemaligen eisernen Vorhang, der durch die Neutralität begünstigt wurde.

Österreich ist auch seit Jahrzehnten eines der Länder mit den wenigsten Streiks, was vor allem durch die sog. Sozialpartnerschaft ermöglicht wurde. Das hatte zur Folge, dass sich die Wirtschaft hier zwar langsamer aber wesentlich stabiler entwickeln konnte.

Die österreichische Wirtschaft hatte immer eine positive Zahlungbilanz, wobei bis vor einigen Jahren hauptsächlich der Fremdenverkehr eine negative Handelsbilanz wettmachte. Vor allem seit der EU-Mitgliedschaft näherte sich die Wirtschaft auch einer ausgeglichenen Handelsbilanz. Im Jahr 2004 überstiegen die Exporte um 10 % die Importe, wobei vor allem Exporte in die neuen EU-Mitgliedsstaaten (auch die Staaten der zukünftigen Mitglieder, wie Rumänien oder Bulgarien eingeschlossen) aber auch in die USA stiegen. Außerdem überstiegen 2004 erstmals die Investitionen österreichischer Unternehmen im Ausland den Wert, den ausländische Firmen in Österreich investierten. Die wichtigsten Länder, in denen Österreich investierte, waren Tschechien und Ungarn.

Industrie

Österreich verfügt über eine sehr moderne und dynamische Industrie, die vor allem in der letzten Zeit durch die Privatisierung der Staatsindustrie und durch große Investitionen wie u.a. die vom Magna-Konzern gefördert wurden. Österreich hat nunmehr (2005) die niedrigsten Unternehmenssteuern der EU und tritt somit in offene Konkurrenz zur Slowakei.

Bekannte österreichische Unternehmen:

* Alpla (Marktführender als Flaschenabfüller)
* Blum (Marktführender Möbelbeschlägehersteller)
* Doppelmayr (Seilbahnenhersteller)
* OMV AG, Mineralölverarbeiter und Tankstellenbetreiber
* Plansee-Werke (Technologieunternehmen v. a. in der Raumfahrt)
* Swarovski (Glasprodukte- und Kunstdiamantenerzeuger)
* Red Bull (Erzeuger von Energy-Drinks)
* Wienerberger (weltweit bedeutender Ziegelhersteller)
* Wolford (renommiertes Textilunternehmen)
* AT&S
* Böhler Udeholm (Stahlverarbeitungsunternehmen, war verstaatlicht)
* VA Stahl (Stahlverarbeitungsunternehmen, war verstaatlicht)
* VA Tech (Stahlverarbeiter, wurde 2005 durch Siemens übernommen)
* Rosenbauer
* RHI
* AVL List

In letzter Zeit wurden einige Industriebetriebe von ausländischen Investoren aufgekauft. Darunter fallen z.B. der Hersteller Steyr Daimler Puch, die Jenbacher Werke (GE Jenbacher) und die Lebensmittelkette Billa.

Das größte österreichische Industrieunternehmen ist die österreichische Niederlassung des deutschen Siemens-Konzerns.

Staatsunternehmen

Die Entwicklung der österreichischen Wirtschaft wurde sehr stark von staatlichen Unternehmen dominiert. Man verfolgte bis in die 90er-Jahre das Ziel, die Wirtschaft durch Industrie, die sich im Staatsbesitz befindet, anzukurbeln. Dies war vor allem in den 50er-Jahren sehr förderlich, weil zu dieser Zeit wesentlich weniger Geld vorhanden war, als in anderen Industriestaaten. Der Grund war u.a. die hohen Reparationszahlungen an die Sowjetunion. Die Folgen dieser Politik waren allerdings, dass diese Unternehmen enorme Defizite verursachten, weil auf ihrem Rücken viele politische Ziele, wie z.B. die Senkung von Arbeitslosenzahlen, verfolgt wurden.

Was für diese Unternehmen sehr typisch war, war eine enorme Parteibuchwirtschaft. Als Folge des österreichischen Bürgerkrieges mussten zudem die oberen Positionen zwischen den zwei Großparteien genau aufgeteilt werden, was vor allem in den 50er- und 60er-Jahren sehr oft praktiziert wurde.

In den 90er-Jahren begann man, die Staatsindustrie zu privatisieren. Dies hatte für viele Staatsbetriebe zur Folge, dass sie freier agieren und zudem gewinnbringend wirtschaften konnten. Viele Unternehmen wurden durch die Privatisierung ins Ausland verkauft.

Dienstleistungen

Die Dienstleistungen machen in Österreich den größten Anteil der Wirtschaftsleistungen aus.

Dies wird vor allem durch den Tourismus, den Handel und die Banken erzielt.

Wichtige österreichische Dienstleistungsunternehmen:

* Spar (Supermarktkette)
* Raika (Bankgenossenschaft mit vielen Ortsgruppen)
* Hypo-Bank (im Besitz der Länder, heißen auch Landeshypotekenbank)
* Gebrüder Weiss (Großer Spediteur)
* Strabag (bedeutendes Bauunternehmen)

Die größten österreichischen Banken sind:

* Erste Bank
* Raiffeisenbank: Die Raiffeisenbank International mit Niederlassungen in zehn osteuropäischen Ländern führt 2005 den größten Börsengang an der Wiener Börse durch.

Die österreichischen Banken profitieren noch heute vom sehr strengen österreichischen Bankgeheimnis. Nach dem EU-Beitritt wurde die Annonymität bei Sparkonten abgeschaft, nicht daß aber Konten ohne richterliche Anordnung preisgegeben werden dürfen.

Viele österreichische Unternehmen befinden sich im ausländischen Besitz. Bekannteste Beispiele sind die Lebensmittelkette Billa, die an den Rewe-Konzern ging, oder die Bank Austria Creditanstalt, die an die Bayrische Hypovereinsbank verkauft wurde.


Energiewirtschaft

Die Stromversorgung in Österreich ist hauptsächlich auf die Wasserkraft aufgebaut. Sowohl Laufkraftwerke an den Flüssen als auch Pumpspeicherkraftwerke in den Alpen werden herangezogen. Die thermischen Kraftwerke (hauptsächlich Gas) werden zur Abdeckung der Spitzenleistung verwendet. Auf Grund des Atomsperrgesetzes gibt es in Österreich keine Atomkraftwerke.

Bei den fossilen Brennstoffen ist Österreich größtenteils vom Import abhängig. Es gibt nämlich nur kleine Lagerstätten in Niederösterreich.

In den letzten Jahren wird auch vermehrt auf wiedererneuerbare Energie gesetzt und es werden sowohl die Windkraft zur Stromerzeugung als auch Biogasanlagen und Holzschnitzel zur Heizung verwendet, so dass in vereinzelten Gebieten der Versorgungsgrad bereits über dem Kyotoziel liegt.

Stromexporte erfolgen vor allem von Westösterreich nach Deutschland. Dort wird Spitzenstrom im Verhältnis 1:4 (1 kw Spitzenstrom für 4 kw Grundstrom) mit Bayern und Baden-Württemberg ausgetauscht. Durch diesen Stromaustausch gelangen auch geringe Mengen von Atomstrom nach Österreich.

Land- und Forstwirtschaft

Durch die extreme geographische Lage hat Österreich eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft, die sich vor allem auf Qualität spezialisierte, weil sie unter anderem durch den EU-Beitritt kaum mehr konkurrenzfähig ist.

Österreich setzt verstärkt auf biologische Landwirtschaft. Mit einem Gesamtanteil von knapp 10% hat es die höchste Dichte von Biobetrieben in der EU. Das landwirtschaftlich wichtigste Gebiet ist das Marchfeld in der Nähe von Wien.

Wein ist ein wichtiges landwirtschaftliches Exportprodukt Österreichs. Der Hauptabnehmer des Weines ist, neben der Schweiz und USA, mit zwei Dritteln Deutschland. Im Jahr 1985 wurde zwar der Weinbau, durch den Weinskandal stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Zwischenzeit, habe die Weinbauern ihre Qualitätsweine so verbessert, dass wesentlich mehr Wein exportiert werden kann, als vor dem Skandal.

Auch geringe Flächen Tabak in Österreich wurden vor allem in der Steiermark, seit über 300 Jahren gebaut. Zuletzt waren es allerdings nur mehr etwa 40 Bauern. Durch die Kürzung von den Produktionsquoten der EU, wurden die Einkommen aber so reduziert, dass 2005 die letzte Ernte eingefahren wurde.

Durch die großen Waldflächen ist auch die Forstwirtschaft ein bedeutender Faktor, die auch die nachfolgende Holz- und Papierindustrie dementsprechend beliefert. Aber auch Holz selbst wird vor allem in den südeuropäischen Raum exportiert.