Inhaltsverzeichnis:
0 Bulgarien
1 Geografie
2 Bevölkerung
3 Geschichte
3.1 Anfänge und Erstes-
Bulgarisches Reich
3.2 Zweites Bulgarisches-
Reich
3.3 Türkische Herrschaft-
und Unabhängigkeit
3.4 Die Republik und
jüngere Vergangenheit
4 Politik
5 Parlamentswahlen 2005
6 Bezirke
7 Infrastruktur
8 Wirtschaft
9 Bibliothekswesen
10 Sport
11 Feiertage
12 Literatur
13 Weblinks
14 Immobilien
15 Reisen
16 Bücher
17 Reisegewinnspiel
18 Reisenewsletter
Weitere Länder
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Anfänge und erstes bulgarisches
Reich
Vor der Staatsgründung
Das Territorium des heutigen Bulgarien ist bereits seit der Steinzeit besiedelt. Ein bei Warna gefundener Goldschatz wird auf die Zeit zwischen 4600 v. Chr. und 4200 v. Chr. datiert und gilt damit als älteste derartige Ausgrabung weltweit. Die in der Bronzezeit hier lebenden Thraker wurden bereits von Homer erwähnt. Vom 11. bis 6. Jahrhundert v. Chr. bestand ein erstes thrakisches Staatsgebilde, welches im 7. Jh. v. Chr. seine Blüte erlebte.
Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die Region von Rom erobert und nach der Teilung verblieb sie im 5. Jahrhundert bei Byzanz. Nach der slawischen Besiedlung der Balkanhalbinsel ab dem 6. Jahrhundert verschmolz die verbliebene thrakische Bevölkerung allmählich mit den Neuankömmlingen.
In der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts kam nach dem Zerfall des Großbulgarischen Reiches ein Teil des Turkvolks der Hunno-Bulgaren (auch Protobulgaren oder Wolgabulgaren) in den Nordosten des heutigen Staatsgebietes. Slawen und Bulgaren verbündeten sich gegen Byzanz und bildeten unter Khan Asparuch den ersten bulgarischen Staat mit der Hauptstadt Pliska, welcher 681 von Byzanz anerkannt wurde.
Das Territorium des Reiches wurde unter Asparuchs Nachfolger Khan Terwel (700-721) beträchtlich erweitert. In dieser Zeit entwickelte sich Bulgarien zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft. Unter Khan Krum (803-814) erstreckte sich der Staat vom Reich Karls des Großen im Westen bis an die Mauern Konstantinopels im Osten.
Nachdem Fürst Boris I. Michail (852-889) im Jahr 864 das Christentum zur offiziellen Religion erklärte, verschwanden nach und nach die ethnischen Unterschiede zwischen Slawen und Protobulgaren und es bildete sich eine bulgarische Nationalität heraus. Die typisch bulgarische Kirchenmusik begann sich zu entwickeln. Simeon I. (893-927) machte Weliki Preslaw zur Hauptstadt.
Am Ende des 9. Jahrhunderts entwarfen die aus Solun stammenden Brüder Kyrill und Methodius das erste slawische Alphabet (Glagolica) und übersetzten als erste das Neue Testament in eine heute Altkirchenslawisch genannte Sprache. Am Hof des Zaren entwickelte einer ihrer Schüler, Kliment von Ochrid wenige Jahre später das kyrillische Alphabet. Mit seiner Tätigkeit als Missionar und Schriftsteller leistete er einen entscheidenden Beitrag zur Entstehung der slawischen Literatur. Ohrid und Pliska sowie später die neue Hauptstadt Weliki Preslaw wurden zu Zentren des Goldenen Jahrhunderts der bulgarischen Kultur. Unter Zar Samuil (976-1014) wurde Ohrid Hauptstadt.
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