Bevölkerung in Bulgarien


 

 

Inhaltsverzeichnis:

0     Bulgarien
1     Geografie
2     Bevölkerung
3     Geschichte
3.1  Anfänge und Erstes-
       Bulgarisches Reich
3.2  Zweites Bulgarisches-
       Reich
3.3  Türkische Herrschaft-
       und Unabhängigkeit
3.4  Die Republik und
       jüngere Vergangenheit
4     Politik
5     Parlamentswahlen 2005
6     Bezirke
7     Infrastruktur
8     Wirtschaft
9     Bibliothekswesen
10   Sport
11   Feiertage
12   Literatur
13   Weblinks
14   Immobilien
15   Reisen
16   Bücher
17   Reisegewinnspiel
18   Reisenewsletter

      Weitere Länder

Bevölkerung in Bulgarien

Bulgarien hat etwa 7,45 Millionen Einwohner (Juli 2005). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 67 Einwohnern/km². Die Wachstumsrate der Bevölkerung nahm in den vergangenen Jahren immer stärker ab, 2001 betrug sie –1,14%. Die Lebenserwartung liegt laut Weltgesundheitsorganisation für Männer bei 69 und für Frauen bei 76 Jahren. Etwa 80% der Bevölkerung sind ethnische Bulgaren außerdem leben im Land viele indifferente Minderheiten u.a. Türken, Mazedonier, Griechen, Armenier, Juden, Roma und in den Großstädten auch Araber und Afrikaner. Die städtische Bevölkerung beträgt 68% und 32% leben auf dem Land. 15% der Bevölkerung sind unter 15 Jahren alt. Fruchtbarkeitsrate liegt etwa bei 1,3 Geburten/Frau.

Die Amtssprache ist Bulgarisch, weitere Landessprachen sind Türkisch, Griechisch, Mazedonisch und Romani. Während Mazedonisch wegen der sehr engen geschichtlichen Verwandtschaft als Dialekt angesehen wird und zwar gepflegt aber kaum unterrichtet wird, gibt es in den Siedlungsbieten der türkischen Minderheit oft Türkisch als Schulfach, der Vollunterricht in Türkisch ist seit einer Slawisierungskampagne 1986 verboten. 84% der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, 12% Muslime und 4% sind anderen Glaubens.

Zuverlässige Daten über Minderheiten sind kaum vorhanden. Während die Ausländer- und Staatsbürgerschaftsgesetzgebung recht liberal sind und im Wesentlichen ein Augenmerk auf gesetzestreues Verhalten und Unterhalt haben, konzentrieren sich die häufigen Zensusdatenrhebungen wegen des Bevölkerungsrückgangs auf die Staatsbürger und den internationalen Reiseverkehr. International wurde oft Kritik geübt, etwa seitens der OECD, dass die Statistikbögen teilweise sehr ausführlich ethnische und religiöse Merkmale abfragen und teilweise sehr grob, so dass der Datenbestand verfälscht werde. Auch wird von offizieller Seite eingeräumt, dass speziell die Gruppen der Muslime und ethnischen Türken unter den Staatsbürgern und selbst der Ausländer aus der Türkei von der Bevölkerung mehrheitlich und undifferenziert als „Türken“ bezeichnet und wahrgenommen werden, was auf ihr Selbstverständnis einwirke.

Trotz dieser eigentypischen Distanz partizipieren gerade diese Gruppen in reger Weise am gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes. Sie finden in der Bewegung für Bürgerrechte und Freiheiten (DPS) eine starke politische Stimme, diese Partei war seit der demokratischen Wende 1990 in fast jeder Koalitionsregierung vertreten, so dass die Stellung dieser Gruppe trotz oder gerade wegen des geschichtlichen Hintergrundes ein Unikum sui generis ist.