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| Inhaltsverzeichnis: 0 Zypern |
Zypernkonflikt1963 gab es Unstimmigkeiten zwischen der türkischen Minderheit (19%) und der griechischen Mehrheit (80%) über Verfassung und Gesetze, Ausübung der Staatsgewalt usw. Dieser Streit, von Extremisten auf beiden Seiten systematisch eskaliert, machte ein weiteres gemeinsames Regieren unmöglich. Die türkisch-zyprischen Regierungsmitglieder zogen sich aus der Regierung zurück und strebten seitdem ein selbstverwaltetes Gebiet an, während viele griechischsprachige Zyprer den Anschluss an Griechenland (Enosis) anstrebten. 1974 kam es zum Putsch der griechisch-zyprischen Nationalgarde gegen Präsident Makarios. Nachdem dieser von der Insel floh, führte die Türkei unter dem Eindruck eines drohenden Anschlusses Zyperns an Griechenland eine Invasion auf dem Nordteil der Insel durch. Insgesamt hält die Türkei seitdem ca. 37% des Nordteils der Insel besetzt. 1977 starb Makarios, und Kyprianou folgte als Präsident. Dieser wurde von der Türkei und den türkischen Zyprer allerdings nicht anerkannt. Darauf veranlasste der griechische Süden Wirtschaftssanktionen gegen den Norden. Der Norden seinerseits antwortete mit der Vertreibung von ca. 18.000 griechischen Zyprer und der Ansiedlung von mehreren Tausend Türken aus der Türkei, wodurch die Gewichtung des Bevölkerungsanteils der türkischen Zyprer erhöht wurde. 1983 wurde auf dem Nordteil der Insel die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen, die allerdings nur von der Türkei anerkannt wird. Eine Annäherung beider Seiten sollen Verhandlungen unter Führung der UN bringen. Es ist ein Konzept nach dem Vorbild der Schweiz vorgesehen, also ein Staatenbund aus zwei Teilstaaten, deren Einwohner sowohl die zyprische als auch die Staatsangehörigkeit des Landes, aus dem sie stammen, erhalten. Am 4. Juni 1990 wurde der Beitrittsantrag Zyperns zur Europäischen Union gestellt, der im Übrigen für die gesamte Insel galt, da auch die EU die Türkische Republik Nordzypern nicht anerkennt. Seit Mai 2004 ist Zypern Mitglied der Europäischen Union.
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