Sport - England


 

 

Inhaltsverzeichnis:

0    England
1    Geographie
2    Politik
3    Heraldik
4    Geschichte
5    Sport
6    Verwaltungsgliederung
6.1 Die 39 historischen-
      Grafschaften
6.2 Die gegenwärtige-
      Verwaltungsgliederung
6.3 Großstädte
7    Kultur
8    Bücher
9    Weblinks
10  Immobilien
11  Reisen
12  Reisegewinnspiel
13  Reisenewsletter

       Weitere Länder

 Sport - England

Themen:    Fußball, Kricket, Snooker

Fußball in England

Die höchste Spielklasse im englischen Fußball ist die F.A. Premier League. Hier sind vertreten: Arsenal London, Aston Villa, Birmingham City, Blackburn Rovers, Bolton Wanderers, Charlton Athletic, Chelsea London, Everton F.C., FC Fulham, FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, FC Middlesbrough, Newcastle United, FC Portsmouth, FC Southampton, Tottenham Hotspur, Norwich City, West Bromwich Albion und Crystal Palace F.C..

Struktur

Am "Kopf" steht als höchste englische Spielklasse die FA Premier League, eine Liga bestehend aus einer Spielklasse, welcher 20 Teams angehören. Darunter befindet sich die The Football League, wwelche in 3 Klassen à 24 Mannschaften eingeteilt ist. Diese insgesamt 92 Klubs sind alle samt Vollprofivereine. Alle 92 werden auch als "League-Clubs" bezeichnet, da bis einschließlich der Saison 1991/1992 die Premier League als Division One die vierte Spielklasse der The Football League war. Vereine außerhalb dieser Gruppe werden als Non-League Clubs bezeichnet, obschon diese in ihren "eigenen" in sich geschlossenen Ligen spielen.

Die oberste Stufe des "Non-League"-Fußballs ist die Football Conference, welche als Spielklassen die National Division sowie eine Stufe darunter die Conference North und South mit je 22 Klubs beinhaltet. Einige dieser Klubs besitzen Vollprofi-Status, andere sind semiprofessionell. Unterhalb der COnference sind einige Klubs semiprofessionell, doch besteht die Mehrzahl aus reinen Amateurklubs.

Unterhalb der Football Conference gibt es drei regionale Fußball-Ligen, welche geographisch eingeteilt sind, sich aber oft überlappen: die Northern Premier League deckt den Norden Englands ab; die Southern League den Süden (ausschließlich Südostenglands), Mittelengland und Teile Wales', sowie die Isthmian League welche den Südosten abdeckt. Einige dieser Ligen haben eine Premier League, auf welche eine First Division folgt (mit Ausnahme der Southern League, welche eine First Division besitzt, welche in Nord und Süd gesplittet ist).

Einzig die Isthmian League besitzt mit der Second Division eine dritte Spielklasse, welche auf dem selben Level in der Ligastruktur steht, wie die höchsten Spielklassen der North West Counties Football League, der Northern Counties East Football League, der Northern League, der Western Football League, der Wessex League, der Sussex County Football League, der Hellenic Football League, der Midland Football Alliance, der United Counties Football League, der Eastern Counties Football League, der Kent League, der Spartan South Midlands Football League, der Combined Counties Football League sowie der Essex Senior Football League.

Bekannte Spieler Englands

* David Beckham (Real Madrid/Mittelfeld)
* John Terry (Chelsea FC/Abwehr)
* Rio Ferdinand (Manchester United/Abwehr)
* Sol Campbell (Arsenal FC/Abwehr)
* Michael Owen (Newcastle United/Stürmer)
* Wayne Rooney (Manchester United/Stürmer)
* Owen Hargreaves (FC Bayern München/Mittelfeld)
* Paul Scholes (Manchester United/Mittelfeld)
* Frank Lampard (FC Chelsea/Mittelfeld)
* Gary Neville (Manchester United/Abwehr)

ehemalige Fussballspieler

* Geoff Hurst (Stürmer)
* Gary Lineker (Stürmer)
* John Barnes (Stürmer)
* Glenn Hoddle (Mittelfeld)
* Chris Waddle (Mittelfeld)
* Bobby Charlton (Mittelfeld)
* Paul Gascoigne (Mittelfeld)
* Kevin Keegan (Stürmer)
* Ray Clemence (Torhüter)
* David Seaman (Torhüter)
* Peter Shilton (Torhüter)
* Tony Adams (Abwehr)
* Terry Butcher (Abwehr)
* Nobby Stiles (Abwehr)
* Stuart Pearce (Abwehr)
* Bobby Moore (Abwehr)
* Peter Beardsley (Sturm)
* Alan Shearer (Sturm)

Teilnahme Englands an der Fußball-Europameisterschaft

England war bis jetzt einmal (1996) Gastgeber der Fußball-Europameisterschaft.

* 3. EM 1968 in Italien / 3. Platz
* 6. EM 1980 in Italien / Vorrunde
* 8. EM 1988 in Deutschland / Vorrunde
* 9. EM 1992 in Schweden / Vorrunde
* 10. EM 1996 in England / 3. Platz
* 11. EM 2000 in den Niederlanden und Belgien / Vorrunde
* 12. EM 2004 in Portugal / Viertelfinale

Teilnahme Englands an der Fußball-Weltmeisterschaft

England war bis jetzt einmal (1966) Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft.

* 4. WM 1950 in Brasilien / Vorrunde
* 5. WM 1954 in der Schweiz / Viertelfinale
* 6. WM 1958 in Schweden / Vorrunde
* 7. WM 1962 in Chile / Vorrunde
* 8. WM 1966 in England / Weltmeister
* 9. WM 1970 in Mexiko / Vorrunde
* 12. WM 1982 in Spanien / Vorrunde
* 13. WM 1986 in Mexiko / Vorrunde
* 14. WM 1990 in Italien / Halbfinale
* 16. WM 1998 in Frankreich / Achtelfinale
* 17. WM 2002 in Japan und Südkorea / Viertelfinale

 

Kricket in England

Kricket (engl. Cricket [ˈkrɪkɪt]) ist eine Mannschaftssportart, die vor allem in England und den Ländern des Commonwealth große Popularität genießt. Kricket ist entfernt mit dem amerikanischen Baseball verwandt.
Die Regeln im Kricket können zwar im Einzelnen kompliziert werden, die wichtigsten Grundzüge des Spiels sind aber überschaubar.

Als oberste Instanz der Kricket-Regeln ist der Marylebone Cricket Club (MCC) in London anerkannt, obwohl internationales Kricket unter der Führung des International Cricket Council (ICC) durchgeführt wird.

Spielfeld
Beim Kricket treten zwei Teams von jeweils elf Spielern auf einem großen, ovalen Platz gegeneinander an, dessen äußere Begrenzung (Boundary) markiert ist, z. B. mit einem Seil. In der Mitte des Platzes befindet sich ein besonders präparierter, 20 Meter langer und drei Meter breiter Streifen des Spielfeldes, die sogenannte Pitch. An den beiden Enden dieser Pitch sind jeweils drei Stäbe (Stumps) aufgestellt, auf denen lose je zwei kleinere Querstäbe (Bails) liegen. Diese beiden Sets von Stäben werden Wickets genannt.

Grundkonstellation
Bei einem Kricket-Match stehen sich die Teams immer abwechselnd als Schlagmannschaft (batting side) und Feldmannschaft (fielding side) gegenüber. Ein solcher Spielabschnitt wird Innings genannt und meist nach der Mannschaft benannt, die in diesem Innings am Schlag ist.

Die Schlagmannschaft versucht, eine möglichst hohe Zahl von Runs, also Punkten, zu erzielen. Dazu befindet sich je ein Schlagmann (Batsman) an den beiden Wickets, also den beiden Enden der Pitch. Der Werfer (Bowler) der Feldmannschaft wirft von einem Ende der Pitch jeweils sechs Bälle (ein so genanntes Over) auf den jeweils gerade am anderen Ende der Pitch befindlichen Batsman. Danach wird der Werfer gewechselt und vom anderen Ende der Pitch aus geworfen. Kein Werfer darf also zwei solche Over hintereinander absolvieren. Meist wechseln sich eine Zeit lang zwei Werfer ab.

Punkte (Runs)
Der Schlagmann hat das Ziel, den geworfenen Ball so wegzuschlagen, dass er genug Zeit hat, zum anderen Wicket hinüberzulaufen. Sein Partner, welcher auf der anderen Seite der Pitch neben dem dortigen Wicket steht, damit der Werfer der Feldmannschaft Platz zum Werfen hat, muss dann ebenfalls die Seite wechseln. Beide müssen auf der jeweils anderen Seite angekommen sein, bevor die Feldmannschaft den Ball auf eines der Wickets geworfen und dieses zerstört hat, d.h. mindestens einer der kleinen, querliegenden Stäbe (bails) heruntergefallen ist. Gelingt den Batsmen dieser Seitenwechsel, wird dies single genannt und zählt einen Punkt. Wenn genug Zeit ist, können die Schlagmänner beliebig oft, jedoch selten mehr als dreimal, hin und her rennen und bekommen eine dementsprechende Punktzahl.

Wenn der Ball bis zur Begrenzung des Platzes geschlagen wird, aber noch innerhalb des Platzes auf dem Boden aufkommt bzw. entlangrollt, zählt dies vier Punkte. Wenn der Ball über die Begrenzung des Platzes geschlagen wird, ohne zuvor den Boden des Platzes zu berühren, zählt dies sechs Punkte. Diese beiden Arten werden als Boundaries bezeichnet, Boundary ist auch die Bezeichnung für die Begrenzung selbst. In beiden Fällen können keine weiteren Punkte durch Seitenwechsel, wie oben beschrieben, erzielt werden.

Ausscheiden des Schlagmanns
Die Feldmannschaft hat das Ziel, die gegnerischen Schlagmänner auszumachen (to dismiss), d.h. sie so schnell wie möglich aus dem Spiel zu werfen. Jeder Schlagmann spielt so lange, bis er ausgeschieden ist und wird dann durch den nächsten Schlagmann, der in diesem Innings noch nicht an der Reihe war, ersetzt. Sobald zehn der elf Schlagmänner ausgeschieden sind (man spricht dann von all out), ist das Innings beendet (das Schlagrecht wechselt also) bzw. ist das Spiel zu Ende.

Das Ausscheiden des Schlagmanns wird auch als Wicket bezeichnet, unabhängig davon, ob das eigentliche Wicket daran beteiligt war oder nicht. Ein solches Wicket kann auf zehn verschiedene Arten geschehen:

1. Wenn das Wicket mit dem Ball von der Feldmannschaft getroffen wird, während einer der Schlagmänner noch zwischen den Wickets (eigentlich zwischen den Schlaglinien) unterwegs ist (Run out).
2. Wenn der Werfer mit seinem Ball am Schlagmann vorbei das Wicket trifft und mindestens ein Bail herunterfällt (Bowled). Manchmal lenkt der Schlagmann dabei den Ball auch unabsichtlich auf sein eigenes Wicket. Dies wird als played on bezeichnet, ist aber regeltechnisch auch nichts anderes als Bowled.
3. Wenn der Batsman den Ball schlägt und ein Mitglied der Feldmannschaft den Ball fängt, bevor der Ball zum ersten Mal auf dem Boden aufkommt (Caught). Falls der Wicket-Keeper den Ball fängt, spricht man von caught behind, wenn der Werfer selbst den Ball fängt von caught and bowled.
4. Wenn der Ball vom Batsman verfehlt, jedoch durch seinen Körper aufgehalten wird, der Ball aber, nach Ansicht des Schiedsrichters, das Wicket getroffen hätte, kann er von diesem "Aus gegeben" werden. Diese spezielle Regel ist sogar noch etwas komplizierter als hier beschrieben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass diese Regel wohl die bei weitem meisten Diskussionen nach sich zieht (aber nicht auf dem Platz), da es hier sehr auf das subjektive Urteil des Schiedsrichter ankommt (Leg before Wicket oder kurz LBW, da der Ball meist von den Beinen aufgehalten wird).
5. Wenn der Batsman beim Schlagversuch vor seine Schlaglinie tritt und der Ball zum Wicket-Keeper hinter ihm durchkommt, und dieser dann alleine das Wicket des Schlagmanns mit dem Ball zerstört, bevor der Schlagmann wieder hinter seine Linie gelangt ist und ohne dass der Schlagmann einen Punkt (Run) angestrebt hat. Dies nennt man Stumped.
6. Wenn der Batsman während des Schlagvorgangs sein eigenes Wicket zerstört, z. B. mit seinem Schläger oder durch Beinberührung (Hit Wicket).
7. Wenn der Batsman absichtlich den Ball mit der Hand spielt (Handled the Ball).
8. Wenn der Batsman die Feldmannschaft absichtlich behindert (Obstructing the Field).
9. Wenn der Batsman den Ball absichtlich zweimal spielt (Hit the Ball Twice), außer er verteidigt mit dem zweiten "Treffer" einzig sein Wicket.
10. Wenn der neue Batsman länger als 3 Minuten braucht, um zum Weiterspielen bereit zu sein (Timed out).
Die Ausscheidensarten zwei bis sechs oben werden immer dem Werfer gutgeschrieben. Gelingt ihm ein Wicket bei drei aufeinander folgenden Würfen, so spricht man von einem Hat-Trick.

Extras
Dies sind weitere Möglichkeiten, Punkte zu erzielen. Davon gibt es fünf verschiedene Unterkategorien.

Ein No Ball wird gegeben, wenn sich der vordere Fuß des Werfers beim Wurf vollständig vor der Popping Crease befindet, also eine Art „Abwurflinie“ ganz übertritt. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Regelverstöße, die als No Ball geahndet werden, doch dies dürfte der bei weitem häufigste sein. Der Schlagmann kann solch einen No Ball aber wie jeden regelgerechten (fairen) Ball schlagen und zusätzlich zu dem Extrarun (siehe unten) weitere Punkte erzielen.

Wides sind Bälle, die so weit am Batsman vorbei geworfen werden, dass dieser keinen normalen Schlag ausführen kann. Hierbei hat der Schiedsrichter (Umpire) einen großen Interpretationsspielraum.

Sowohl No Balls als auch Wides zählen automatisch einen Punkt (Run) für die Schlagmannschaft und der am Schlag befindliche Batsman (Striker) ist bei so einem Ball gegen eine Reihe von Ausscheidensarten immun. In beiden Fällen muss der Ball auch noch zusätzlich vom Werfer wiederholt werden.

Wird ein Ball nicht vom Batsman geschlagen, insbesondere wenn der Wicket-Keeper hinter ihm den Ball nicht aufhält, können die beiden Batsmen ganz normal Runs erlaufen, als wäre der Ball geschlagen worden. Diese Punkte werden Byes genannt.

Leg-Byes sind ein ähnlicher Fall, hierbei ist der Ball aber vom Körper des Batsman unabsichtlich abgeprallt: Er muss entweder versucht haben, den Ball zu spielen oder ihm auszuweichen.

Penalties werden für Unsportlichkeiten wie Manipulation des Balles oder absichtliche Spielverzögerungen vergeben und zählen immer fünf Punkte auf einmal.

Alle diese oben genannten Punkte werden nicht dem Batsman gutgeschrieben, sondern unter der jeweiligen Kategorie unter Extras vermerkt.

Austragungsformen
Test Cricket
Als Test oder Test Cricket bezeichnet man eine spezielle Form eines internationalen Kricket-Matches. Tests gelten traditionell als höchste Form der Ausübung des Sports, entsprechen aber aufgrund ihres unspektakulären Spannungsbogens keineswegs modernen TV-Sehgewohnheiten: Bis heute wird ein Test über fünf Tage - in täglich drei rund zweistündigen Blöcken - ausgetragen. Tests sind wiederum meist in eine Serie von zwei bis sechs Tests eingebettet, so dass die entsprechenden Duelle sich über mehrere Wochen hinziehen können. Das Pendant des Test Cricket auf nationaler Ebene wird First-Class Cricket genannt und dauert mindestens drei Tage.

Tests finden nur zwischen wenigen dazu spielberechtigten Nationalmannschaften statt. Derzeit sind dies zehn Länder (in der Reihenfolge der Zulassung): Australien, England, Südafrika, die Westindischen Inseln, Neuseeland, Indien, Pakistan, Sri Lanka, Simbabwe und Bangladesch.

Anstatt eine Weltmeisterschaft durchzuführen, führt der internationale Cricketverband ICC eine Art Weltrangliste (Test Championship), bei der fortlaufend alle Test-Matches berechnet und die Reihenfolge der Nationen angegeben werden. Der aktuell Führende kann sich als Besitzer der Test Trophy fühlen.

Als wichtigste Test-Match-Series gelten die Ashes, in der alle 2 Jahre England gegen Australien um die Ashes (ein urnenförmiger Pokal) seit 1877 spielen. Dieser Pokal enthält nach einer "Legende" die Asche des Wickets, das die Engländer aus Frustration über das erste gegen ein ausländisches Team, nämlich Australien, verlorene Test-Match verbrannten. Tatsächlich wurde er bei der nächsten Test-Match-Serie von Australierinnen dem englischen Kapitän übergeben. Wovon die darin befindliche Asche stammt, ist umstritten.

One-Day Cricket
Aufgrund der Bedürfnisse vor allem des Fernsehens wurde seit den 60er Jahren ein kürzeres und dramatischeres Format eingeführt, das One-Day-Cricket. Diese neue Art des Krickets erfreute sich bald wachsender Popularität, wurde von Traditionalisten aber weitgehend abgelehnt. Heute hat es sich aber längst etabliert.

Im Gegensatz zum Test Cricket ist das Innings hier nicht erst dann beendet, wenn alle Schlagmänner "aus" sind, sondern schon nach einer festgesetzten "Zeit" von üblicherweise 50 Overs. Sobald also eines dieser beiden Kriterien erfüllt ist, ist das Innings vorbei. Aus diesem Grund wird diese Spielform auch oft Limited-Overs Cricket genannt.

Die Wide-Regel wird dabei besonders streng interpretiert. Auch gelten beim One-Day Cricket meist weitere, über die normalen Cricketregeln hinausgehende Beschränkungen für Feldspieler, welche genau vorschreiben, in welchen Abschnitten eines Innings wo auf dem Feld wieviele Feldspieler platziert sein dürfen.
Wie beim Test Cricket wird auch One-Day-Cricket meist als Teil einer Serie (Tour) ausgetragen (drei bis sieben Matches) oder gar in Form eines (3-)Länderturniers. Alle vier Jahre wird im One-Day-Modus eine Kricket-Weltmeisterschaft ausgetragen (Cricket World Cup). In den vier Jahren zwischen der WM findet eine Champions Trophy statt.
Zusätzlich werden viele kleinere Turniere organisiert wie das Sharjah-Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder das "VB Trophy" in Januar-Februar in Australien.

Twenty20-Cricket
Einen Versuch des Englischen Cricket-Verbands (ECB) stellt die neue Variante des Twenty20-Cricket dar. Um den modernen Medien gerecht zu werden, werden die Innings auf je 20 „Over“ verkürzt und eine Maximalspieldauer von 75 Minuten je Innings festgelegt.

Strafen drohen der Feldmannschaft, wenn sie es nicht schafft, alle Over in der festgelegten Zeit zu spielen. Diese Cricket-Variante ist jedoch noch nicht so weit verbreitet wie First-Class oder One-Day-Cricket und wird von Cricket-Traditionalisten sehr kritisch betrachtet, auch wenn es eine Chance darstellen kann, neue Zuschauer für Cricket zu gewinnen.

Ausrüstung:
Ein Kricketspieler benötigt auf jeden Fall ein Trikot, oft zusätzlich einen Sweater, und eine lange Hose. Die Schuhe sind weiß und haben meist ein besonderes Profil, Schuhe für Werfer sogar Spikes. Bei Testspielen ist weiße Spielkleidung vorgeschrieben; bei One-Day-Cricket wird, zumindest bei den Profis, heute fast immer in bunter Spielkleidung gespielt, früher oft als "Pyjama Cricket" belächelt.

Jeder Batsman hat natürlich einen Schläger und trägt Schutzausrüstung. Das wichtigste Schutzbekleidungsstück sind sicherlich die Pads, die die Beine des Batsman vor dem mit einer sehr hohen Wucht auftreffenden Ball schützen.

Zusätzlich sollte der Batsman einen Helm und Handschuhe tragen, sowie eine sogenannte Box, einen Unterleibsschutz. Einige Spieler tragen darüber hinaus noch einen Schutz für die Arme oder gar einen Brustschutz unter dem Hemd.

Bei der Feldmannschaft trägt nur der Wicket-Keeper, der immer hinter dem Schlagmann und dessen Wicket steht, eine besondere Ausrüstung. Wie der Schlagmann hat auch er einen (meist kleineren) Beinschutz (Wicket Keeping Pads) und er ist der einzige Spieler der Feldmannschaft, der Fanghandschuhe (Wicket Keeping Gloves) tragen darf.

Die beiden Schiedsrichter (Umpires) tragen lange weiße Kittel und sehen dabei oft aus wie der Milchmann um die Ecke. Dennoch genießen sie einen großen Respekt und es gilt als sehr unsportlich, die Entscheidung eines Schiedsrichters zu kritisieren oder gar Diskussionen mit ihm anzufangen.

SNOOKER
Snooker (engl. to snooker somebody: „jemanden sperren“) ist eine Disziplin des Billards.

Snooker ist ein Kugelspiel für zwei oder mehr Spieler, das mit Queues und 22 Bällen (Kugeln) auf einem 12-Fuß-Billardtisch mit sechs Taschen gespielt wird. Es ist vom Billard und anderen ähnlichen Spielen abgeleitet. Gespielt wird mit 15 roten und sechs andersfarbigen („die Farben“) Bällen sowie einem weißen Spielball.

Im Vergleich zum Poolbillard ist Snooker geprägt durch einen sehr viel höheren technischen Schwierigkeitsgrad sowie eine stärkere Anforderung an die strategischen und taktischen Fähigkeiten der Spieler. Zusätzlich kann man beim Snooker im Vergleich zu den übrigen Billardvarianten noch stärker von einem „Gentleman-Sport“ sprechen, da beim Snooker in besonderem Maße auf Stil, Contenance und die Etikette der Spieler Wert gelegt wird.

Vor allem in England und Schottland, wo viele der besten Spieler herkommen, hat Snooker einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Die bedeutendsten Turniere haben eine Dotierung von bis zu mehreren Millionen Euro und werden von den Fernsehanstalten BBC, Sky Digital und Eurosport live übertragen.

In Deutschland kann Snooker mit ca. 4.000 im Verein organisierten Spielern eher als Randsportart bezeichnet werden (zum Vergleich: Großbritannien ca. 4 Millionen). Snooker wird jedoch auch in Deutschland immer populärer, mehr dazu im Abschnitt Snooker in Deutschland.

Geschichte des Snookers
Der Ursprung des Billardspiels im Allgemeinen liegt im 15. Jahrhundert in dem, heute ausgestorbenen, Pall Mali-Spiel. Von diesem Spiel stammen auch Golf und Cricket ab.

Die heutigen Billardformen entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein Meilenstein war die Einführung des Queue 1800, welches 1807 eine lederbezogende Spitze bekam. Ausserdem wurde das Holz durch eine Schieferplatte ersetzt (1827) und die Banden statt mit Baumwolle mit Gummi gefüllt (1835). Des weiteren wurden die Maße für Tische, auf denen man das so genannte English Billards spielte, festgelegt

Snooker selbst wurde in Indien, im Jahre 1875, von Offizieren der britischen Kolonialkräfte im Ooty Club von Ootacamund in den Nilgiribergen erfunden. Die übliche Spielweise war damals das Black Pool, das mit 15 roten und einem schwarzen Ball gespielt wurde. Im Laufe der Zeit kamen je ein grüner, gelber und pinkfarbener Ball dazu. Erst mehrere Jahre später wurden der braune und der blaue Ball hinzugefügt. Eine von Joe Davis 1959 vorgeschlagene Erweiterung auf acht farbige Bälle (Snooker Plus) konnte sich hingegen nicht durchsetzen.

Der Name Snooker entstand dabei aus einer abwertenden Bezeichnung für Frischlinge bei der Armee. In der Sportart hat den Begriff vermutlich zuerst der englische Offizier Neville Bowses Chamberlain verwendet, der einen seiner Mitspieler so bezeichnete, nachdem dieser den Spielball zufällig oder absichtlich so platzierte, dass er ihn nicht spielen konnte. Dass das Militärwesen (sozusagen über die militärische "Nomenklatur") Einfluss auf diese Sportart hat, zeigt sich auch in der Bezeichnung für das Versenken des Spielballs, in der Fachsprache Scratch genannt. Dies war eine abwertende Bezeichnung für einen Rekruten.

1885 kam das Spiel durch den damals besten Spieler John Roberts nach England. Die Profis lehnten jedoch Snooker ab, doch bei den Amateuren erfreute sich das Spiel bald großer Beliebtheit und so wurde im Jahr 1916 die erste britische Amateurmeisterschaft ausgetragen. 1890 hatte bereits die Billiards Association die Snooker-Regeln anerkannt.

Die ersten Profiweltmeisterschaften fanden 1927 auf Anregung von Joe Davis statt. Davis gewann dieses Turnier und alle weiteren Weltmeisterschaften, bis er nach 1946 nicht mehr an Weltmeisterschaften teilnahm. Damit trat Davis ohne eine einzige Weltmeisterschafts-Niederlage zurück. Der aktuelle Weltmeister (2005) ist der Engländer Shaun Murphy.

Die ersten Amateurweltmeisterschaften fanden 1963 in Indien statt und werden seit 1984 jährlich ausgespielt.

Mit der Einführung des Farbfernsehens, die den Sport auch für Live-Übertragungen attraktiv machte, erlangte Snooker in Großbritannien eine ungeheure Popularität. Unvergessen bleibt das WM-Finale 1985 zwischen Steve Davis und Dennis Taylor, das nach Mitternacht noch über 18 Millionen Zuschauer an den Fernseher fesselte.

Spielmaterial
Snookerbälle

Die Kugeln beim Snooker werden Bälle genannt. Heutige Snookerbälle bestehen aus Kunstharz, frühere aus Knochen, manche auch aus Elfenbein. Der Durchmesser eines Snookerballs beträgt 52,5 mm, bei einem Gewicht von 142 Gramm. Es wird mit einem weißen Ball, auch „Cue Ball“ genannt, gespielt. Das ist auch der einzige Ball, der mit dem Queue (engl. Cue) direkt angespielt werden darf. Die roten sowie die farbigen Bälle müssen durch den weißen Ball versenkt werden

Der Snookertisch
Der Snookertisch ist ein 12-Fuß-Tisch, d. h. er ist 12 Fuß lang und sechs Fuß breit und damit, wie bei allen Billardvarianten, doppelt so lang wie breit: die von den Banden umschlossene Spielfläche hat eine Größe von 3.569 mm x 1.778 mm, die Höhe des Spieltisches beträgt zwischen 851 mm und 876 mm. Er ist aber sehr schwer: bis zu 1.500 kg, was erhebliche statische Probleme bei der Aufstellung in einen normalen Haus bedeuten kann.

Die durchgezogene Linie am Fuß des D (baulk line) ist 737 mm von der Fußbande entfernt. Das D hat einen Radius von 292 mm. Die Aufsetzmarke für die schwarze Kugel ist 324 mm von der Kopfbande entfernt. Die pinke Aufsetzmarke liegt genau in der Mitte zwischen der Aufsetzmarke von Blau (Mittelpunkt des Tisches) und der Kopfbande.

Die Spielfläche und die Banden des Snookertischs sind mit einem in der Regel grünen feinen Kaschmirtuch überzogen, dessen Noppen von der Baulk-Line in Richtung Black-Spot gebürstet werden. Unter dem Tuch befindet sich eine meist mehrteilige (i. d. R. 5 Teile) Schieferplatte, wobei die Übergänge zwischen den Teilplatten durch Überschleifen geglättet werden müssen. An den Banden befinden sich Naturkautschukleisten unter dem Wolltuch, die das kontrollierte Auslaufen der Bälle aus den Banden ermöglichen.

Der Aufbau des Tisches vom Anstoßbereich nach unten:

* Baulk-Line mit dem aufgezeichneten D, hier liegen der gelbe, braune und grüne Ball, von hier wird auch angestoßen
* Center-Spot für den blauen Ball
* Pyramid-Spot, der Platz für den pinken Ball
* Triangle, das Dreieck mit den roten Bällen. Wird oft nur Tri genannt
* Black-Spot, der Platz für den schwarzen Ball

Billardqueue
Im Snooker verwendet man verjüngte Holzqueues, die sehr hart sind (oft aus Ahorn oder Esche). Verjüngt bedeutet, dass das Queue am Griffstück dicker ist und zur Spitze hin dünner wird. Das Queue muss mindestens 91 cm lang sein. Es wird in der Regel mit offener Brücke gespielt. Darunter versteht man, dass das Queue offen auf Daumen und Zeigefinger aufliegend geführt, also nicht vom Zeigefinger umschlossen wird, wie es häufig im Poolbillard der Fall ist. Die Pomeranze hat in der Regel einen Durchmesser von circa 8,5 bis 10,0 (10,5) mm, ist somit kleiner als die beim Poolbillard verwendete. Ein Queue kann entweder einteilig oder zweiteilig mit Schraubgewinde (engl. Joint) ausgeführt sein. Das Queue kann durch ein weiteres angeschraubtes Stück (engl. Extension) verlängert werden. Dies ist manchmal aufgrund der Größe des Tisches notwendig. Die meisten Weltklassespieler verwenden einteilige Queues, man sagt den zweiteiligen nach, sie hätten keine durchgehende "Seele". Dies bezieht sich i. d. R. auf die Stoßrückmeldung. Einer der zurzeit weltbesten Spieler, Ronnie O'Sullivan, verwendet übrigens ein zweiteiliges Queue, das 3/4 - 1/4 geteilt ist, ein Umbau seines bisher einteiligen Queues, um den Transport auf Reisen zu vereinfachen. Es gibt auch andere Arten, die 3/4-1/4 etc... geteilt sind. Profi-Queues sind ohnehin Spezialanfertigungen und Spitzenspieler spielen mit Ihrem Queue nach Möglichkeit ein Leben lang.

Billardkreide
Die meist grünfarbige Kreide, die beim Snooker verwendet wird, hat einen weit geringeren Fettgehalt als jene, die beim Poolbillard verwendet wird. Sie wird vor fast jedem Stoß neu auf die Pomeranze aufgetragen. Dadurch entsteht eine gesteigerte Haftung der Pomeranze an dem Spielball, damit dieser in eine Rotation versetzt werden kann. Diese Rotation ist wesentlich für das Positionsspiel, da der Spielball somit nach Auftreffen auf den gespielten Ball (Objektball) gelenkt werden kann, um für den nächsten Stoß eine günstige Ausgangsposition zu schaffen.

Ein bekanntes Problem besteht darin, dass die Bälle aneinander kleben bleiben können und somit klettern. Schmutz und Kreidereste spielen bei diesem Phänomen eine große Rolle. Dieser negative Effekt macht sich besonders deutlich bemerkbar, wenn mit Effet gespielt wird, da der weiße Ball eine Zeit lang am farbigen Ball haftet, bevor er abprallt. Dadurch wird der Treffpunkt verschoben, wodurch das Ergebnis des Stoßes ungenau wird. Der Spielball verliert erheblich an Rotation und Geschwindigkeit. Dieses Phänomen wird im Snookerjargon als "Kick" bezeichnet.

Snooker ist ein Ansage- und Punktespiel.

Das Grundprinzip besteht darin, abwechselnd einen der 15 roten Bälle und im Anschluss einen der sechs farbigen zu versenken, bis alle Bälle vom Tisch sind. Jeder Ball hat einen bestimmten Wert (Punkte, die bei erfolgreichem Lochen dem Punktestand des Spielers hinzuaddiert werden.

Punktwerte der Bälle:
Beispielsweise erhöht sich das Punktekonto des Spielers für die Abfolge „Rot - Schwarz - Rot - Pink - Rot - Schwarz“ um 23 Punkte.

Wird ein Ball vom Spieler nicht versenkt, kommt der gegnerische Spieler an den Tisch und erhält seinerseits die Möglichkeit, eine Folge von Bällen zu versenken. Wenn ein Spieler an den Tisch kommt, muss er zuerst immer eine Rote anspielen. Im Endspiel auf die Farben, wenn keine Roten mehr auf dem Tisch sind, wird immer mit dem niedrigstwertigen Ball begonnen, der noch auf dem Tisch ist.

Die farbigen Bälle werden nach dem Versenken wieder auf dem Tisch aufgesetzt, rote verbleiben, auch nach einem Foul, in den Taschen. Nach dem letzten roten Ball darf noch ein Farbiger nach Wahl gespielt werden. Sind alle roten Bälle und die letzte frei wählbare Farbe versenkt, müssen die farbigen Bälle in Reihenfolge ihrer Wertigkeit vom Tisch gespielt werden, angefangen mit Gelb (2), Grün (3), ... und zuletzt Schwarz (7).

Jeder Spieler versucht, so viele Punkte einzuspielen, dass die Punktedifferenz zum Gegner so hoch ist, dass der Gegner diese nicht mehr einholen kann. Wenn man es kann, darf man selbstverständlich auch alle Bälle wegspielen. Wer die meisten Punkte hat, wenn der Tisch abgeräumt ist, gewinnt den Frame. Ein Frame ist auch gewonnen, wenn der Gegner aufgibt, weil er uneinholbar im Rückstand ist, d.h. wenn weniger Bälle (= Punkte) auf dem Tisch verblieben sind, als zum Überholen des Gegners notwendig sind, und der Gegner auch nicht mehr glaubt, noch genug Punkte durch Fouls zu bekommen.

Ein Break ist eine Serie von Punkten, die ein Spieler erreicht, wenn er durchgehend am Tisch ist, ohne ein Foul zu spielen oder eine Tasche zu verfehlen. Ein Break ab 100 wird „Century Break“ genannt. Es ist maximal möglich, 147 Punkte in einem Break zu erzielen, wenn zu jedem roten Ball immer der Schwarze gelocht wird, also 15 x (1 + 7) = 120 Punkte, und anschließend alle Farbigen (27 Punkte) in der korrekten Reihenfolge versenkt werden (120 + 27 = 147 Punkte). Dies nennt sich „Maximum Break“. Durch ein Foul des Gegenspielers und einen anschließenden Freeball kann man theoretisch auch mehr Punkte hintereinander erzielen, dadurch ergibt sich ein Höchstwert von 1 + 7 + 147 = 155 Punkten. Das höchste bisher in einem professionellen Turniermatch erzielte Break beträgt 148 Punkte. Es zählen aber immer nur die direkt erzielten Punkte des Spielers zum Break, also die versenkten Bälle, jedoch nicht die Gutschrift, die man für ein Foul des Gegners erhält.

Kann man keinen Ball versenken, versucht man den Gegner zu snookern. Dies geschieht, indem man den Spielball in eine Position bringt, aus der der Gegner keinen anzuspielenden Ball auf direkter Linie erreichen kann. Aus einem Snooker heraus passieren häufig Fehler oder Fouls. Die Foulpunkte erhöhen den Punktestand, und vielleicht ergibt sich im Anschluß an den Stoß des Gegners eine Situation, die man dann für sich selber ausnutzen kann, um das Spiel für sich zu entscheiden. Der Gegner, der gesnookert wird, muss reagieren, während man selber die Chance hat, das Spiel zu bestimmen. Es ist auch möglich, dem Gegner das Spiel zu erschweren, indem man den Spielball nahe an der Bande ablegt. Das gilt aber nicht als Snooker.

Foul
Ein Foul ist ein regelwidriger Stoß und wird mit mindestens vier Punkten bestraft, die dem Gegenspieler gutgeschrieben werden. Ein Foul ist es unter anderem, wenn die Weiße in die Tasche fällt oder vom Tisch springt, wenn ein Ball zuerst getroffen wird, der nicht on ist oder wenn ein Ball fällt, der nicht on ist. Ist an dem Foul ein Ball mit einem höheren Punktwert als vier beteiligt, so wird das Foul mit dem Punktwert des höchstwertigen, am Foul beteiligten, Ball bestraft. Maximal werden für ein Foul also sieben Strafpunkte (Wert des schwarzen Balls) gegeben.

* Beispiel: Blau ist on, wird zuerst getroffen und auch versenkt, zusätzlich fällt aber der Spielball in eine Tasche. Dieses Foul wird dann mit 5 Strafpunkten geahndet. Oder: Blau ist on, Schwarz wird aber zuerst getroffen. Dann werden dem Gegner 7 Punkte gutgeschrieben.

Ball ON
Den Ball, der als nächstes entsprechend den Regeln getroffen werden muss bzw. der vom Spieler angesagt wird, bezeichnet man als Ball On. Dieser Ball muss dann als erstes getroffen werden, unabhängig davon, ob zuvor eine Bande berührt wird oder nicht. Ansagen muss man nur, wenn nicht offensichtlich ist, welcher (farbige) Ball angespielt werden soll.

Ball in Hand
Ball in Hand beschreibt die Situation bei Spielbeginn. Der beginnende Spieler darf die weiße Spielkugel irgendwo innerhalb des D's platzieren und von dort seinen ersten Stoß machen. Ball in Hand tritt auch dann ein, wenn die Spielkugel die Spielfläche verlassen hat (d.h. sie ist vom Tisch geflogen oder in eine der Taschen versenkt worden).

Safety
Safety ist ein Sicherheitsstoß. Der Spieler versucht, Weiß möglichst weit weg von den Roten zu platzieren oder sie gar hinter einer Farbe zu verstecken. Man spielt eine Safety, wenn man selber keine Möglichkeit sieht, weiter zu punkten, dem Gegner aber keine Möglichkeit hinterlassen möchte, seinerseits zu punkten.

Snooker
Als Snooker bezeichnet man die Situation, wenn ein direkter Stoß in gerader Linie auf jeden Ball ON von mindestens einem Ball, der nicht on ist, ganz oder teilweise verhindert wird, d. h. dass zwischen der Weißen (Cue Ball) und allen Ball ONs, die man anspielen dürfte, weitere Bälle liegen, die diese ganz oder teilweise verdecken.

Free Ball
Der Schiedsrichter entscheidet auf Freeball, wenn ein Spieler nach einem Foul des Gegners gesnookert ist. Der Spieler darf einen anderen Ball nominieren, um den Ball zu ersetzen, den er nicht anspielen kann. Es gibt bei Versenken Punkte nach dem Punktewert desjenigen, der an der Reihe wäre, und das Spiel geht anschließend normal weiter. Der zugrunde liegende Gedanke ist, dass verhindert werden soll, dass Spieler von einem Foul profitieren, indem sie ein niedriges Foul spielen, um den Gegner zu einem höheren Foul zu zwingen und / oder selber danach die Möglichkeit zu einem sehr hohen Break zu haben. Beispiel: Der Spieler kommt an den Tisch, es ist Rot on, und er kann keinen Roten auf direktem Wege erreichen, allerdings liegt z.B. Gelb für ihn günstig. Er nominiert also Gelb als Rot, versenkt ihn und bekommt einen Punkt gutgeschrieben. Gelb wird wieder auf seine Aufsetzmarke aufgesetzt, und der Spieler spielt mit einer Farbe weiter. Wird im Endspiel auf die Farben ein Free Ball gegeben, so dürfen der Free Ball und der eigentliche Ball On gleichzeitig versenkt werden. Der Free Ball wird hierbei wieder aufgesetzt. Es erfolgt allerdings nur eine einfache Wertung (für den eigentlichen Ball On).

Miss
Das Miss wird vom Schiedsrichter bestimmt. Es wird immer in Verbindung mit einem Foul gegeben, falls der Schiedsrichter der Ansicht ist, dass es entweder eine leichtere Lösung gibt, durch die das Foul zu vermeiden ist, oder dass der Spieler nicht seinen Fähigkeiten entsprechend versucht hat, einen korrekten Stoß auszuführen. Ein sicherer Indikator für Miss ist, wenn ein Spieler über Bande spielt und nicht trifft, obwohl es eine direkte Möglichkeit (ohne Bande) gegeben hätte.

Nach einem Miss kann der Gefoulte nicht nur entscheiden, ob er selbst oder der Foulende aus der neuen Position weiterspielen soll (dies kann er bei jedem Foul), sondern er hat die Möglichkeit, dass alle Bälle an ihre Positionen vor dem Foul aufgesetzt werden und der Foulende den Stoß wiederholen muss.

Nach dreimaligem Miss aus einer Spielsituation, aus der ein Ball direkt hätte angespielt werden können, in der der Spieler aber eine schwierigere Variante gewählt hat, gibt der Schiedsrichter den Frame verloren. Er muss den Spieler nach dem zweiten Miss dahingehend vorwarnen.

Ein Miss darf nicht gegeben werden, wenn einer der beiden Spieler vor oder durch das Foul mehr Punkte Rückstand hat, als maximal erreichbare Punkte noch auf dem Tisch liegen.

Das Miss erhöht nicht die Zahl der Strafpunkte, die für ein Foul verhängt werden. Es ist sozusagen nur eine zusätzliche Warnung an den Spieler. Der Sinn des Miss ist, dass der Foulende sich durch die neue (irreguläre) Spielsituation keine Vorteile verschaffen kann.

Es handelt sich um eine umstrittene Regel, da es der subjektiven Wertung des Schiedsrichters überlassen bleibt, ob der Spieler sich tatsächlich Mühe gegeben hat oder zu welchen Spielzügen er tatsächlich fähig wäre.

Touching 
Ball ist die Situation, wenn vor dem nächsten Stoß der weiße Spielball direkt einen anderen Ball berührt. Der Spielball muss dann in jedem Fall von diesem Ball weggespielt werden, ohne dass dieser sich bewegt. Wenn der press liegende Ball gleichzeitig "Ball ON" ist, so reicht es, von diesem wegzuspielen. Wenn es eine andere Farbe ist, so muss nach dem Wegspielen weiterhin ein "Ball ON" getroffen werden.

Re-spotted black
Bei Punktegleichstand am Ende eines Frames kommt es zu einer so genannten Re-spotted black. Der schwarze Ball wird noch einmal aufgesetzt, und es wird ausgelost, wer beginnt. Die nächste Wertung entscheidet den Frame. Der Spieler, der die Schwarze korrekt versenkt, gewinnt den Frame. Begeht ein Spieler ein Foul (z.B. der Spielball fällt in eine Tasche), hat dieser den Frame verloren.

Kombination
Eine Kombination ist das Anspielen eines Balls, der dann auf eine (oder mehrere) andere Bälle trifft und einen dieser anderen versenkt. Kombinationen sind nur zwischen Rot-Rot erlaubt, eine Kombination Rot-Farbe-Rot wäre hier aber auch möglich. Mit farbigen Bällen dürfen keine Kombinationen gespielt werden, es sei denn, ein farbiger Free Ball wird, wenn keine roten Bälle mehr auf dem Tisch sind, dazu benutzt, den eigentlichen Ball ON zu lochen.

* Beispiel: Es sind nur noch die Bälle grün bis schwarz auf dem Tisch und man ist nach einem Foul des Gegners auf grün gesnookert. Der grüne Ball liegt sehr nahe an einer Tasche und wird vom blauen Ball verdeckt, so darf man blau als Free Ball spielen und damit grün einlochen. Der grüne Ball kommt dann nicht wieder auf den Tisch. Wird allerdings nur der blaue (Free) Ball oder aber beide Bälle (grün und blau) gelocht, so wird nur der Freeball (hier blau) wieder aufgesetzt. In jedem dieser Fälle erfolgt jedoch nur eine einfach Punktewertung.

Jump Shot
Ein Jump Shot ist ein Sprungball und im Snooker verboten. Es dürfen keine Bälle komplett über andere hinwegspringen. Ein Springen seitlich an einem Ball vorbei ist gestattet, solange dieser nicht berührt wird. Erlaubt ist, dass ein Spiel- oder Objektball springt, solange er einen anderen Ball nicht überspringt oder gar vom Tisch springt. Das wäre ein Foul. Sollte z.B. der Spielball einen Objektball lochen und dann erst über einen anderen Ball springen, so wäre dies kein Foul. Springt er aber danach beispielsweise über den Tisch hinaus, so ist das natürlich ein Foul (genau wie jedes andere Foul, das der Spielball während seines Rollens zur Endablage noch begeht). Wichtig ist nur der erste Ballkontakt des Spielballs, was er danach macht (solange er kein Foul begeht) ist egal.

Besetzte Spots
Wenn ein farbiger Ball versenkt wurde, wird er wieder auf seinen ursprünglichen Ort (Spot) gesetzt. Ist dieser blockiert, weil ein anderer Ball dort liegt (egal ob farbig oder rot), wird der Ball auf den höchsten freien Spot (also meistens auf den schwarzen Spot) gelegt. Sind alle Spots belegt, wird der Ball so nahe wie möglich an seinen Spot herangelegt, von der Bande des schwarzen Balls aus gesehen. Ist dort kein Platz verfügbar (z.B. für das Aufsetzen der schwarzen Kugel), so wird der Ball möglichst nahe (ohne eine andere Kugel zu berühren) in gerader Linie zur Fußbande (gelb, braun, grün) aufgesetzt.

Ein Fuß am Boden
Wenn der "Cue Ball" so liegt, dass man ihn nur spielen kann, indem man sich auf den Tisch lehnt oder legt, so muss immer ein Fuß den Boden berühren. Wenn dies nicht der Fall ist, begeht man ein Foul. Rollstuhlfahrer sind jedoch von dieser Pflicht befreit.

Fluke
Als Fluke bezeichnet man im Snooker einen Glückstreffer, wenn etwa eine Kugel an der angespielten Tasche abprallt, dann aber per Zufall in eine andere fällt. Manchmal lassen sich Flukes über mehrere Banden beobachten. Snooker ist ein Gentlemansport, darum ist es üblich, daß sich ein Spieler nach einem Fluke bei seinem Gegner entschuldigt.

Taktik
Bis in die 1990er wurde Snooker eher passiv gespielt, d. h. man war mehr darauf bedacht, am Tisch eine sichere Ablage zu hinterlassen, war also eher auf das „Snookern“ und nicht so sehr auf das Versenken der Bälle fixiert. Insbesondere durch Stephen Hendry, der als der Erfinder der langen Einstiegsbälle gilt, wurde das Spiel zu Beginn der 1990er allgemein offensiver: Lange Bälle, Doubles und schwierigere Winkel werden öfter und mutiger angegangen, vor allem bei den sogenannten „Einsteigern“, dem jeweils ersten Ball einer Aufnahme, der die Basis für die großen Breaks der Profis bildet. Dies hebt auch die Ansprüche, die an einen jungen Nachwuchsspieler der modernen Zeit gestellt werden. Um in der Spitzenklasse mitspielen zu können, müssen solche schwierigen Bälle über die gesamte Länge des Tisches beherrscht werden, um überhaupt Chancen zu bekommen, ein Frame zu gewinnen. Die erfolgreichsten Spieler der Snooker-Neuzeit sind daher auch die sogenannten One-Chance-Player, die i. d. R. nur einen versenkbaren Ball benötigen, um das Frame dann in einer Aufnahme zu entscheiden.

Eine sehr häufig gespielte taktische Variante ist der so genannte Shot to Nothing. "Shot to Nothing" ist ein Stoß, bei welchem versucht wird, einen Ball zu versenken und gleichzeitig Weiß wieder so abzulegen, dass bei Nichtversenken des Balls der Gegner keinen einfachen Einstiegsball vorfindet

Wichtige Turniere
Die wichtigsten Turniere werden größtenteils in Großbritannien ausgetragen. Das wichtigste ist die World Snooker Championship - die Snookerweltmeisterschaft. Hier gibt es das höchste Preisgeld und die meisten Punkte für die Weltrangliste.

* The World Snooker Championship
* UK Championship
* Rileys Club Masters
* totesport Grand Prix
* British Open
* Welsh Open
* European Open
* Irish Masters
* China Open
* Northern Ireland Trophy

Snooker in Deutschland
Obwohl in Deutschland nach wie vor Poolbillard die beliebteste Billardvariante ist, findet Snooker seit einigen Jahren auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Die gesamte Maintour und das Masters werden in Deutschland vom Spartensender Eurosport ausgestrahlt, die Snooker Premier League vom deutschen Sportsender DSF. Rolf Kalb, dem Snooker-Kommentator beim Fernsehsender Eurosport, ist - neben dem Sport an sich - der Anstieg an Beachtung dieser Spielart in Deutschland zu verdanken, da er durch seine Art der Kommentierung auch Neulingen den Sport - und vor allem dessen Regelwerk - näher bringt. Billardclubs stellen immer häufiger auch Snookertische auf und geben so Interessierten die Möglichkeit, den Sport auch selbst einmal auszuprobieren. Auch im aktiven Spiel werden Deutsche zunehmend erfolgreich, mit Lasse Münstermann und Patrick Einsle sind inzwischen zwei Deutsche an der 2003 gegründeten Snooker Academy in Rushden, die berühmte Spieler wie Peter Ebdon und James Wattana zu ihren Mitgliedern zählt. Den bislang größten Erfolg für den deutschen Snookersport erreichte das deutsche Amateurteam beim European Team Cup 2005 auf Malta mit einem fünften Platz. Für Snooker ist in Deutschland, wie für alle Billarddisziplinen, die Deutsche Billard-Union der Dachverband.