Inhaltsverzeichnis:
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Deutschland
1 Geografie
1.1 Geografische Lage-
und Großräume
1.2 Geologie
1.3 Gewässer
1.4 Gebirge und Senken
1.5 Inseln
1.6 Klima
2 Politik
2.1 Staatsorganisation
2.2 Bundesländer
2.3 Parteienlandschaft
2.4 Außenpolitik
2.5 Militär
3 Geschichte
3.1 Frühgeschichte-
und Antike
3.2 Völkerwanderung-
und Frühmittelalter
3.3 Heiliges Römisches-
Reich (962–1806)
3.4 Der Weg zum deutschen
Nationalstaat-
(1806–1871)
3.5 Deutsches Kaiserreich-
(1871–1918)
3.6 Weimarer Republik-
(1919–1933)
3.7 Nationalsozialistische-
Diktatur (1933–1945)
3.8 Alliierte Besatzung-
(1945–1949)
3.9 Teilung und-
Wiedervereinigung-
(1949–1990)
3.10 Von der Bonner-
zur Berliner Republik-
(1990–Gegenwart)
4 Bevölkerung
5 Sprache
6 Wirtschaft
7 Soziales
8 Verkehr
9 Religionen und-
Weltanschauungen
9.1 Gemeinschaften
9.2 Feiertage
10 Kultur und Gesellschaft
10.1 Bildung
10.2 Sport
10.3 Höchste Bauwerke
10.4 Sehenswürdigkeiten
10.5 Küche
11 Medien
12 Weblinks
13 Immobilien
14 Reisen
15 Bücher
16 Reisegewinnspiel
17 Reisenewsletter
Weitere Länder
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Teilung und Wiedervereinigung - Deutschland
Die Bundesrepublik Deutschland wurde am 23. Mai 1949 in den drei westlichen Besatzungszonen gegründet. An diesem Tag wurde die Verfassung (Grundgesetz) als Provisorium in Kraft gesetzt. Das Grundgesetz enthielt in der Präambel „(...) Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“ ein „Wiedervereinigungsgebot“, an dem bis zur tatsächlichen Wiedervereinigung 1990 festgehalten wurde. Die Gründung der DDR erfolgte am 7. Oktober 1949 in der Sowjetischen Besatzungszone. Der Kalte Krieg zwischen West und Ost trennte die westlich orientierten Staaten von den kommunistisch beherrschten. Die zunehmend undurchdringlichen Grenzbefestigungen bildeten einen von Churchill so bezeichneten Eisernen Vorhang, zogen sich quer durch Mitteleuropa und teilten Deutschland. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 war auch West-Berlin als letztes Tor zur Zuflucht nach Westen abgeriegelt.
Während in der DDR eine Planwirtschaft nach stalinistischem Muster errichtet wurde, entschied sich die Bundesrepublik für die soziale Marktwirtschaft. Das einsetzende Wirtschaftswunder führte zu anhaltend hohen Wachstumsraten, Vollbeschäftigung und Wohlstand. Für diesen langanhaltenden Aufschwung sorgte eine Wirtschaftspolitik unter dem ersten Kanzler Konrad Adenauer, die maßgeblich von dessen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard gesteuert wurde, der ihm 1963 ins Kanzleramt nachfolgte. Die wichtigsten außenpolitischen Meilensteine dieser Ära waren die Westintegration – 1955 trat Westdeutschland der NATO bei – und die Beteiligung am wirtschaftlichen Zusammenschluss in Europa, der durch die Römischen Verträge 1957 einen entscheidenden Schub erhielt. Die DDR, in der auch nach einem Volksaufstand am 17. Juni 1953 die stalinistische Politik der SED weitergeführt wurde, integrierte sich dagegen zunehmend in die osteuropäischen Systeme des Warschauer Pakts und des RGW.
Erst in den sechziger Jahren beschäftigten sich die Deutschen wieder intensiver mit der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Diktatur. Zur gleichen Zeit führten einige politische Affären und das Aufkommen libertärer Ideen insbesondere der Studenten zum Ruf nach einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Eine 1967 einsetzende Wirtschaftskrise und die massiven Studentenunruhen 1968 verstärkten den Eindruck eines politischen Notstands. Die 1966 gebildete große Koalition aus CDU und SPD verabschiedete eine Reihe grundlegender Gesetzesänderungen (Notstandsgesetze) und versuchte, sich mit Hilfe der Globalsteuerung an die wirtschaftlich schwierigeren Zeiten anzupassen.
Mit dem Antritt der sozialliberalen Regierung unter Willy Brandt wurden eine Reihe sozialer, gesellschaftlicher und außenpolitischer Reformen umgesetzt. Die Ostpolitik, die auf Verständigung mit dem Warschauer Pakt setzte, führte zu außenpolitischer Entspannung, deutsch-deutscher Annäherung und brachte Brandt 1972 den Friedensnobelpreis ein, wurde aber in Westdeutschland oft scharf kritisiert. Die Ölkrise 1973, die mit inflationären Tendenzen aufgrund unmäßig hoher Tarifabschlüsse zusammenfiel, ließ die Regierung in die Krise geraten. Brandt trat nach der Aufdeckung einer Spionageaffäre um seinen Berater Günter Guillaume zurück. Sein Nachfolger Helmut Schmidt hatte mit steigender Verschuldung und Arbeitslosigkeit, mehreren Wirtschaftskrisen und dem Terror der RAF zu kämpfen. Als Kanzler und Person bei den Deutschen geschätzt, verlor er jedoch den Rückhalt seiner Fraktion, die zunehmend gegen seine Unterstützung des NATO-Doppelbeschlusses opponierte.
Nach dem Auseinanderbrechen der Koalition gelang 1982 Helmut Kohl über ein konstruktives Misstrauensvotum die Wahl zum Kanzler. Er regierte länger als alle seine Vorgänger und gilt als Kanzler der deutschen Einheit: Seit der Machtübernahme von Michail Gorbatschow 1985 in der Sowjetunion setzte eine Entspannungs-, schließlich eine Öffnungspolitik ein, in deren Gefolge im Mai 1989 Ungarn als erster kommunistischer Staat seine Westgrenzen öffnete. Kohl einigte sich mit Gorbatschow im Juli über die Bedingungen einer deutschen Wiedervereinigung. Die einsetzende Massenflucht ostdeutscher Bürger über Ungarn in den Westen setzte das kommunistische Regime in der DDR zusätzlich unter massiven politischen Druck. Ab Oktober kam es zu Massendemonstrationen, die schließlich zur Öffnung der Grenzen am 9. November führten. Die antikommunistische Revolution setzte mit der Stürmung der Stasi-Zentrale ein und bewirkte innerhalb kurzer Zeit den Zusammenbruch des kommunistischen Systems der DDR. Nach den ersten freien Wahlen zur Volkskammer im März 1990 war der Weg frei für die offizielle deutsch-deutsche Vereinigung, die im Einvernehmen mit den alliierten Vertretern im Rahmen der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“ stattfand.
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