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| Inhaltsverzeichnis: 0 Griechenland
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Musik in GriechenlandDie praktische MusikausübungDie praktische Musikübung der Griechen war entweder bloßer Gesang oder Gesang mit Begleitung von Saiteninstrumenten (Kitharodie) oder Blasinstrumenten (Aulodie), oder bloßes Saitenspiel (Kitharistik) oder Flötenspiel (Auletik). Die wichtigsten und für die Kunstmusik beinahe allein in Frage kommenden Instrumente waren die Lyra, Kithara und der Aulos. Die Lyra hatte einen gewölbten, die Kithara einen flachen Resonanzkasten; die Saitenzahl beider war lange Zeit 7, später stieg sie erheblich. Die Magadis war ein größeres Saiteninstrument mit 20 Saiten, auf welchem in Oktaven gespielt wurde. Sämtliche Saiteninstrumente der Griechen, auch die älteren vielsaitigen, Barbitos und Pektis, wurden mit den Fingern gezupft, erst in späterer Zeit kam das Plektron auf. Der Aulos war eine Art Schnabelflöte, die in verschiedenen Größen gebaut wurde; die Syrinx (Panflöte) war ein untergeordnetes Instrument. Die Weisen, welche die Komponisten erfanden, erhielten bestimmte Namen, ähnlich wie bei den Meistersängern; der allgemeine Name war Nomos (Gesetz, Satz). Berühmt war z. B. der pythische Nomos des Flötenspielers Sakadas (585 v. Chr.), welcher es zuerst durchsetzte, dass bei den Pythischen Spielen neben der Kithara auch der Aulos zugelassen wurde. Um die Kilharodik machte sich besonders der noch 50 Jahre ältere Terpandros verdient, welcher wohl als der Begründer eigentlicher musikalischer Kunstformen bei den Griechen angesehen wird. Weiter sind als hervorragende Förderer der Komposition zu nennen:
Plutarch datiert in seiner dialogisch abgefassten Musikgeschichte die Periode der neuern Musik von Thaletas (670), dem Begründer der spartanischen Chortänze (Gymnopädien), und Sakadas; um diese Zeit soll die neuere Enharmonik eingeführt worden sein. Zur größten Entfaltung ihrer Mittel gelangte die griechische Musik in der Tragödie, welche in ähnlichem Sinn wie das moderne musikalische Drama eine Vereinigung von Dichtkunst, Musik und Schauspielkunst (Mimik, Hypokritik) war; die Chöre wurden durchaus gesungen, und auch viele Monologe waren komponiert. Leider ist noch keine Tragödienmusik aufgefunden worden, so dass wir keine konkrete Vorstellung von einer solchen haben. MusikschriftstellerEine große Zahl musiktheoretischer Traktate griechischer Schriftsteller ist auf uns gekommen. Der älteste und zugleich einer der interessantesten ist das 19. Kapitel der "Probleme" des Aristoteles (gest. 322 v.Chr.), ferner das 5. Kapitel des 8. Buches. seiner "Republik". Von größter Wichtigkeil sind die noch vorhandenen Schriften des Aristoxenos, einem Schüler des Aristoteles, über Harmonik und Rhythmik; leider sind viele Werke dieses bedeutendsten aller griechischen Theoretiker verloren gegangen. Ein Auszug aus Aristoxenischen Schriften ist unter dem Namen Euklids erhalten, während eine Intervallenlehre (Saitenteilung) wohl wirklich von dem Mathematiker Euklid (3. Jahrhundert) herrührt. Die interessante Schrift Plutarchs über die Musik gehört ins 1. Jahrhundert n. Chr.. Ins 2. Jahrhundert gehören die Schriften des Pythagoreers Claudios Ptolemäus, Aristeides Quintilianus, Gaudentios, Bakchios, Theon von Smyrna und des Nikomachos. Ins 3. Jahrhundert gehört der Kommentar des Porphyrios zum Ptolemäos sowie die Skalentabellen des Alypios. Auch das 14. Buch des Athenaios und das 26. Kapitel des Iamblichos von Chalkis enthalten musikalische Notizen. Das "Syntagma" des Psellos gehört ins 11., die Harmonik des Bryennios sowie des Nikephoros Gregoras Ergänzungskapitel zum Ptolemäos nebst dem Kommentar von Barlaam von Kalabrien ins 14. Jahrhundert. Eine klassische lateinische Überarbeitung der griechischen Musiklehre ist das Werk des Boëthius (gest. 524): "De musica". DieMusikByzanzVor allem die Kirchenmusik des oströmischen byzantinischen Reiches stellt ein entscheidendes Bindeglied zwischen der Musik der Antike und der Mittelalterlichen Musikgeschichte vor allem in den osteuropäischen Ländern dar.
Volksmusik (Dhimotiká)Traditioneller Dhimotiká wird von Klarinetten, Gitarren, Tambourinen und Geigen begleitet und schließt Tanzmusikformen wie syrtó, Kalamatianó, Tsámiko und Hasaposérviko sowie Vokalmusik wie Kléftiko ein. Alte Volkslieder, die Paradosiaka, stammen oft aus Thessalien und Mittelgriechenland und werden überweigend mit Klarinette und Violine gespielt. Die Lieder handeln sehr oft vom Osmanischen Joch, Krieg und Vertreibung. Volkslieder von den Inseln, die Nisiotika, sind oft temperamentvoll und melancholisch. Vorherrschende Instrumente sind Santouri, ein altes Zupfinstrument mit 100-140 Saiten, Laute, Baglama (ein kleines Bouzouki) und Lyra. In Nordgriechenland wird immer noch häufig der Dudelsack gespielt, und zwar die auch in Bulgarien oft vorkommende Kaba Gajda, sowie die Zourna, eine Art Oboe, die bis weit in den arabischen Raum und in Armenien verbreitet ist. Viele der frühesten Aufnahmen wurden von Arvanites Yiorgia Mittaki und Yiorgios Papasidheris gemacht. Zu den Instrumentalisten gehören Klarinettenvirtuosen wie Yiorgos Yevyelis, Vassilis Saleas und Yiannis Vassilopoulos sowie Fiedelspieler Nikos Saragoudas und Yiorgos Koros.
Populäre MusikRembétika war Griechenlands erste populäre Musik und hatte in den 1930er bis 1950er Jahren seine goldene Zeit. Neuere Formen populärer Musik schließen Laïkó und Éntekhno ein. Bouzouki-Klänge sind zwar beliebt, der Sirtaki ist aber nicht typisch griechisch, wie gemeinhin angenommen wird. Laïkó war die populäre Musik der 1950er und 1960er Jahre in Griechenland; kritisiert wurde die apolitische Grundhaltung und die türkischen Ursprünge. Zu den Vertretern des Laïkó gehören Manolis Angelopoulosund Stelios Kazantzidhis. Éntekhno entwickelte sich aus der Verwestlichung des Rembétika in den späten 1950er Jahren. Éntekhno ist eine Orchestermusik mit traditionellen rhythmischen und melodischen Elementen. Ihre frühesten Vertreter sind Mikis Theodorakis und Manos Hatzidakis. |
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