Inhaltsverzeichnis:
0 Ungarn
1 Staats- und Landesname
2 Geografie
2.1 Gewässer
2.2 Flüsse
2.3 Seen
2.4 Gebirge und Berge
2.5 Niedrigste Landesteile
2.6 Landesgrenzen
2.7 Städte
2.8 Landkarten
3 Klima
4 Bevölkerung
4.1 Feiertage
4.2 Religionen und-
Konfessionen
5 Geschichte
6 Politik
7 Verwaltung
7.1 Verwaltungsgliederung
8 Infrastruktur
8.1 Verkehr
8.2 Straßenverkehr
8.3 Schienenverkehr
8.4 Flugverkehr
8.5 Energieversorgung
9 Wirtschaft
9.1 Wirtschaftsdaten
9.2 Wirtschaftliche-
Entwicklung 2004/2005
10 Medien
10.1 Ungarische-
Tageszeitungen
10.2 Deutschsprachige-
Medien
11 Kultur
11.1 Gastronomie
11.2 Architektur
12 Literatur
13 Weblinks
14 Immobilien
15 Reisen
16 Bücher
17 Reisegewinnspiel
18 Reisenewsletter
Weitere
Länder
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Staats- und Landesname - Ungarn
Die Selbstbezeichnung der Ungarn weicht stark von den ausländischen Namen für Ungarn ab. So taucht magyar (früher magyeri) schon im 9. und 10. Jahrhundert in islamischen Quellen auf. Es ist wahrscheinlich ein Kompositum aus magy (< ugrisch *mańćε = „Mensch, Mann, Geschlecht“) und er(i) (ebenfalls „Mensch, Mann, Geschlecht“). Allerdings ist zu beachten, dass das Wort anfangs nur die Bezeichnung eines von sieben (unterschiedlichen) nomadischen Stämmen war, die im 9. Jahrhundert und Anfang des 10. Jahrhundert räuberische Einfälle in Europa, vor allem in Großmähren, unternahmen. Die Stämme hießen Megyer (Magyar), Tarján, Jenő, Kér, Keszi, Kürt-Gyarmat und Nyék. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts ist es dem Stamm der Magyaren – d. h. den Nachkommen Árpáds – gelungen, die restlichen Stämme unter seiner Oberherrschaft zu vereinigen. Von da an kann von Magyaren (wenn auch noch nicht im ethnischen Sinne) gesprochen werden.
Der Name „Ungarn“ gelangte aus dem Slawischen in die europäischen Sprachen. Das slawische Wort lässt sich auf die bulgarotürkische Stammesbezeichnung onogur (on = „zehn“ + ogur = „Stamm“) zurückführen, die dadurch entstand, dass die Vorfahren der Ungarn im 5. und 6. Jahrhundert in enger Verbindung mit dem Reich der Onoguren lebten, dessen führender Stammesverband „Onoguren“ hieß. Das „H-“ im lateinischen hungarus (und dadurch auch in manchen anderen Sprachen) entstand dadurch, dass der Name irrtümlicherweise mit den Hunnen (Hunni) gleichgesetzt wurde.
Das Team um Luigi Luca Cavalli-Sforza weist darauf hin, dass höchstens 10 % der heute in Ungarn lebenden Menschen von den landnehmenden magyarischen Sippen abstammen, was den Schluss zulässt, dass es zu einer weitgehenden kulturellen Verschmelzung mit den ursprünglichen Bewohnern (Kelten, Slawen, Awaren, Skythen, Hunnen usw.) des Karpatenbeckens gekommen ist. Dies würde wiederum bedeuten, dass alle anderen Abstammungslegenden (z. B. Hunnen) einen wahren Kern in sich bergen.
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