Inhaltsverzeichnis:
0 Luxemburg
1 Geografie
2 Bevölkerung
3 Geschichte
4 Politik
4.1 Justiz
4.2 Militär
5 Verwaltungsgliederung
6 Kultur
6.1 Bibliothekswesen
6.2 Film
6.3 Musik
6.4 Theater
6.5 Sport
7 Bücher
8 Weblinks
9 Immobilien
10 Reisen
11 Reisegewinnspiel
12 Reisenewsletter
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Geschichte - Luxemburg
Die ersten Besiedlungsspuren im Gebiet des heutigen Luxemburg stammen von den Kelten, die schon im 2. Jahrhundert v. Chr. hier siedelten. Um 58-51 v. Chr. eroberte Gaius Julius Cäsar Gallien und so gehörte auch Luxemburg zum Imperium Romanum. Im 5. Jahrhundert n. Chr. verdrängten die Franken, wie in ganz Gallien, die römische Herrschaft. Wandermönche sorgten für eine allmähliche Christianisierung. 698 wurde bereits das Kloster Echternach von dem angelsächsischen Missionar Willibrord gegründet.
963 wurde die Stadt Luxemburg und die Grafschaft Luxemburg von Graf Siegfried gegründet. Er erwarb den kleinen Bockfelsen im Alzettetal durch einen Tauschhandel mit dem St.-Maximin-Kloster in Trier, dem er dafür Land im heutigen Ösling (Feulen) gab. Damit war der Grundstein für das Haus Luxemburg gelegt, woraus später 5 römisch-deutsche Kaiser oder Könige entspringen sollten (Heinrich VII. (1308), Karl IV. (1346, zweite Wahl 1347; Kaiser seit 1355), Wenzel (Wahl zum römisch-deutschen König erfolgte noch zu Lebzeiten Karls 1376), Jobst von Mähren (1410; umstrittene Wahl zwischen ihm und Sigismund) und Sigismund (1410 und noch einmal 1411 gewählt)).
Im Jahre 1354 wurde Luxemburg unter der Herrschaft Wenzels I. von Kaiser Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben.
Unter Karl IV. gehörten Luxemburg und Teile Belgiens zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. 1482 fiel es an die Habsburger, 1555 an deren spanische Linie, die 1659 im Pyrenäenfrieden den Süden von Diedenhofen bis Montmédy an Frankreich abtreten musste (1. Luxemburger Teilung). 1684 bis 1697 war das Land infolge der Reunionen Ludwigs XIV. in französischem Besitz. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg fällt Luxemburg 1713 an die Österreichischen Niederlande, 1795/1801 bis 1814 gehörte es zu Frankreich.
Auf dem Wiener Kongress wird das Großherzogtum in den Deutschen Bund und gleichzeitig in Personalunion mit dem Königreich der Niederlande verbunden (2. Teilung). Jedoch wird es ein souveränes Großherzogtum. 1830 schloss es sich der belgischen Revolution an; die wallonische Westhälfte wurde 1839 an Belgien abgetreten. Diese 3. Teilung wird allerding erst als der Beginn der eigentlichen Souveränität gesehen. Auch nach der Auflösung des Deutschen Bundes (1866) blieb Luxemburg weiterhin im Deutschen Zollverein (1843-1919). Die sogenannte Luxemburgkrise, bei der Napoleons III. versucht hatte Luxemburg zu kaufen mündete in den zweiten Londoner Vertrag von 1867, der Luxemburg für neutral erklärt. Nach dem Aussterben des Mannesstammes des niederländischen Königshauses gelangten 1890 die früheren Herzöge von Nassau in Luxemburg an die Regierung. Damit hat Luxemburg seine eigene Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg. Seit 2000 regiert der sechste Spross dieser Dynastie Großherzog Henri.
Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) wurde das neutrale Luxemburg von den Truppen des deutschen Kaiserreiches besetzt.
1922 schloss es mit Belgien eine Zoll- und Wirtschaftsunion ab.
Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde das immer noch neutrale Land von der deutschen Wehrmacht besetzt, ab 1942 sogar vom Dritten Reich annektiert, und hatte besonders schlimm unter der Nazi-Diktatur zu leiden. So versuchten die Besatzer, Luxemburg zu "germanisieren". Dies beinhaltete, dass französische Vor- und Nachnamen verdeutscht wurden (nicht immer sinngemäß). Der Gebrauch der französischen Sprache sowie französischer Ausdrücke im "Lëtzebuergesch" wurde verboten. Eine Untergrundorganisation gab es zwar in Luxemburg, doch war sie aufgrund der Größe nicht mit der in Frankreich zu vergleichen. Allerdings bekundete die Bevölkerung offen ihre tiefe Abneigung gegenüber den Besatzern. So war Luxemburg der einzige besetzte Staat, der mit einem Generalstreik gegen die Zwangsrekrutierung protestierte. Andere, subtilere Arten des Protestes waren der sog. "Spéngelkrich" und die durch die Nazis erhobene Volkserhebung, in der über 90 % der Bevölkerung angaben, Luxemburger zu sein, sich dem luxemburgischen Staat angehörig zu fühlen und als Muttersprache "Lëtzebuergesch" zu reden. Die Erlebnisse des Zweiten Weltkrieges und insbesondere die zwanghafte "Verdeutschung" förderten die vermehrte Aufnahme französischer Ausdrücke in die Luxemburger Sprache und festigten die Sprache "Lëtzebuergesch" als nationales Symbol. Viele Ortschaften wurden im Weltkrieg zerstört, insbesondere während der Ardennenoffensive, welche den Norden des Landes schwer traf. Junge Luxemburger, welche vor der Zwangsrekrutierung ins Ausland fliehen konnten, schlossen sich mehrheitlich den Alliierten an. Sie nahmen, in ein belgisches Bataillon integriert, an der Landung in der Normandie teil. Luxemburg gehört offiziell zu den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zoll- und Wirtschaftsunion schrittweise auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). 1948 wurde formell die seit 1867 bestehende "immerwährende Neutralität" aufgehoben. 1952 wird Luxemburg Sitz der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt.
Unter den Kabinetten Dupong (1945-1953) und Bech (1953-1958) wurde Luxemburg Mitglied
* der Vereinten Nationen (1945),
* des Europarats,
* der OEEC (Vorläufer der OECD),
* der NATO,
* der Montanunion,
* der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und
* der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).
Luxemburg ist Gründungsmitglied der Europäischen Union und ist heute Sitz des EU-Ministerrates, des Europäischen Gerichtshofes, der EU-Kommission, der Europäischen Investitionsbank und des Europäischen Rechnungshofes. Am 1. Januar 2002 wurde auch in Luxemburg der Euro als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr eingeführt.
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