Inhaltsverzeichnis:
0 Niederlande
1 Geografie
1.1 Räumliche Lage
1.2 Nachbarländer
2 Bevölkerung
3 Geschichte
4 Politik
4.1 Staatsoberhaupt
4.2 Parlament
4.3 Parteien
4.4 Gesellschaftspolitik
4.5 Militär
5 Königreichsteile
und Provinzen
6 Wirtschaft
6.1 Naturressourcen
7 Kultur
7.1 Feiertage
7.2 Malerei
7.3 Architektur
7.4 Wissenschaft
7.5 Literatur
7.6 Musik
7.7 Natursehenswürdigkeiten
7.8 Landesübliche Küche
8 Die Niederlande im
deu. Sprachgebrauch
9 Tourismus in den
Niederlanden
10 Weblinks
11 Immobilien
12 Reisen
13 Bücher
14 Reisegewinnspiel
15 Reisenewsletter
Weitere
Länder
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Geschichte - Niederlande
Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicae) und danach zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch den Großteil des heutigen Belgiens. Nach der Unabhängigkeitserklärung der sieben nördlichen Provinzen (Allianz von Utrecht) vom 23. Januar 1579 und dem folgenden Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger wurde die formelle Unabhängigkeit von Spanien im Westfälischen Frieden am 15. Mai 1648 besiegelt, der, gleichzeitig mit der Schweiz, zur Trennung vom mittelalterlichen deutschen Reich führte. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande.
In der Folge wuchsen die Niederlande (het nederen duitsche landen) als Republik der Vereinigten Niederlande, zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts. Während dieser Zeit wurden Kolonien und Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet. Bekannt ist die Gründung von Nieuw Amsterdam, welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich 'Nederlands-Indie', das heutige Indonesien, welches erst 1946 unabhängig wurde. Auch im nordöstlichen Südamerika (Surinam) und der Karibik entstanden Niederländische Kolonien (Aruba, Curacao), (Bonaire), (Saba), (St. Eustatius) und (St. Maarten); diese Inseln sind heute stiller Teil der niederländischen Monarchie (Königreich).
1796 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem dort ansässigen germanischen Stamm, den Batavern); 1806 machte Napoleon daraus das Königreich Holland.
Nach der Einverleibung durch das Frankreich Napoleon I. wurde 1815 das Königreich der Niederlande gegründet, das auch das heutige Belgien umfasste, erster König wurde Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau; Belgien und damit das die niederfränkischen Flandern erlangte nach der belgischen Revolution von 1830 seine Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde.
Der niederländische König war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg, wo das Salische Gesetz kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ, ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung.
Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch erfolgreich aus dem Krieg halten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle zu tun.
Im Zweiten Weltkrieg ließ Hitler die neutralen Niederlande von Mai 1940 bis Mai 1945 von seinen Wehrmachtstruppen besetzen. Viele Niederländer arrangierten sich mit dem Regime und viele Mitläufer verinnerlichten auch seine Ideologie eines großdeutschen bzw. großgermanischen Reiches. Die Bevölkerung hatte aber in der Folge mehrheitlich unter der Besatzung zu leiden und auch unter der Judenverfolgung (Anne Frank); viele Orte wurden im II. Weltkrieg zerstört. Die Hafenstadt Rotterdam wurde vor Beginn der Besetzung am 14.Mai 1940 abends durch die reichdeutsche Luftwaffe bombardiert und durch die anschließenden Brände weitestgehend zerstört. Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den Westallierten befreit, der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. 1949 kam die westdeutsche Stadt Elten (bei Kleve) mit Umgebung bis 1963 unter niederländische Verwaltung. Deren Bewohner blieben formal bundesdeutsche Staatsbürger, erhielten allerdings niederländische Pässe und wurden auch niederländischen Staatsbürgern rechtlich gleichgestellt. Forderungen nach Angliederung von Teilen des Münsterlandes und des grenznahen Rheinlandes an die Niederlande, deren Bürger niedersächsische und niederfränkische Dialekte - ebenso wie in den Niederlanden - sprachen, konnte sich in den Niederlanden letztlich jedoch nicht durchsetzen.
Die Niederlande sind Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten). Sie waren ebenfalls Mitbegründer der NATO und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (und damit der Europäischen Union).
In der jüngsten Vergangenheit stand das multikulturelle politische Toleranzmodell der Niederlande auf dem Prüfstand. Ihre liberale Politik machte den Weg leider auch für eingewanderte radikale Islamisten und Hassprediger frei: Am 6. Mai 2002 wurde der Politiker Pim Fortuyn, ein erklärter Gegner des Islamismus in den Niederlanden, ermordet und am 2. November 2004 kam es zum Mord an dem Regisseur Theo van Gogh. Große Bevölkerungsteile fordern seither eine rigerosere Politik gegen gewalttätige Einwanderer und eine Änderung der zu liberalen Einwanderungspolitik. Zahlreiche Politiker können seither nur noch unter Polizeischutz arbeiten und werden (weiterhin) von Islamisten bedroht.
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