Inhaltsverzeichnis:
0 Rumänien
1 Geografie
2 Bevölkerung
2.1 Ethnische Gruppen
2.2 Altersstruktur und-
Tendenzen (2004)
2.3 Religion
3 Geschichte
3.1 Ethnogenese
3.2 Entstehung der
Fürstentümer
3.3 Der Einfluss der
großen Reiche
3.4 Deutsche auf dem
Königsthron
3.5 Erster Weltkrieg
3.6 Zwischenkriegszeit
3.7 Zweiter Weltkrieg
3.8 Nachkriegszeit und
Übergang zum
Kommunismus
3.9 Amtsantritt Ceauşescus
3.10 Wirtschaftlicher
Niedergang
3.11 Beginn der Revolution
3.12 Die
unvollendete
Revolution
3.13 Landesweite-
Überschwemmungen
4 Politik
5 Verwaltungs-
gliederung
6 Infrastruktur
7 Wirtschaft
7.1 Privatisierung und
Beschäftigung
7.2 Bruttoinlandsprodukt
und Exportwirtschaft
7.3 Tourismus
8 Kultur
9 Literatur
10 Weblinks
11 Immobilien
12 Reisen
13 Bücher
14 Reisegewinnspiel
15 Reisenewsletter
Weitere
Länder
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Nachkriegszeit und Übergang zum
Kommunismus - Rumänien
Schließlich wurden am 10. Dezember 1947 alle bürgerlichen Parteien und die Monarchie abgeschafft und der König ins schweizerische Exil verbannt. (Dort blieb er bis 2001 und lebt seitdem als rumänischer Staatsbürger wieder in Rumänien.) Die Rumänische Kommunistische Partei, vor dem Krieg nur eine politisch völlig unbedeutende Splittergruppe ohne intellektuelles Potenzial, wurde mit den traditionsreichen Sozialdemokraten zwangsvereinigt und übernahm die Staatsmacht. KP-Chef Gheorghe Gheorghiu-Dej entpuppte sich als rumänischer Stalin. Unter ihm wurden politische Gegner inhaftiert und gefoltert. Staat und Wirtschaft wurden durch systematische Enteignung und Kollektivierung der Landwirtschaft kommunistisch "geordnet".
Nach Kriegsende kooperierten Kommunisten und orthodoxe Kirche um die rumänischen Angehörigen der Unierten Kirche zu zwingen, zur rumänisch-orthodoxen Kirche überzutreten - obwohl Religion in einem kommunistischen Staat grundsätzlich Schikanen ausgesetzt war. Die katholische Kirche, deren Würdenträger in der Stalinzeit noch verfolgt worden waren, wurde fortan geduldet, doch gab es wegen dieser Zwänge starke Spannungen, die bis in die postkommunistischen 1990er nachwirkten.
In der poststalinistischen Ära der 1960er Jahre erlebte Rumänien eine gewisse Konsolidierung und eine Phase relativer Liberalität. Das kommunistische Regime arrangierte sich mit dem entmachteten bürgerlichen Lager und mit seinen parteiinternen Gegnern. Politische Gefangene wurden entlassen, der Repressionsdruck nahm deutlich ab. Auch die Entrechtung und Totalenteignung der deutschen Minderheit nahm ein Ende. Der ungarischen Minderheit wurde im Siedlungsgebiet der Székler sogar eine autonome, zweisprachige Selbstverwaltung zugestanden. Eine vorsichtige Opposition zu Moskau (z. B. keine militärische Beteiligung an der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Pakts) und eine Öffnung Richtung Westen bestimmten die Außenpolitik des ansonsten fest im kommunistischen Block integrierten Landes. In dieser Zeit begann der Exodus der ethnischen Minderheiten. Immer mehr Deutsche wanderten nach Deutschland aus, die meisten Juden gingen nach Israel und in die USA. Später kehrten auch immer mehr Ungarn dem Land dauerhaft den Rücken.
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