Medien - Türkei


 

 

Inhaltsverzeichnis:

0      Türkei
1      Geografie
1.1   Lage
1.2   Landschaftsbild
1.3   Klima
1.4   Flora und Fauna
1.5   Städte
2      Geschichte
3      Verwaltung und Politik
3.1   Ergebnis der
        Parlamentswahlen
3.2   Verwaltung
3.3   Gewerkschaften
3.4   Außenpolitik
4      Bevölkerung
4.1   Ethnien
4.2   Religion
4.3   Sprachen
4.4   Soziales
5      Bildungssystem
5.1   Schulsystem
5.2   Hochschulen
6      Kultur
6.1   Medien
6.2   Literatur
6.3   Film
6.4   Musik
6.5   Küche
6.6   Sitten und Gebräuche
6.7   Feiertage
7      Sport
7.1   Fußball
7.2   Olympische Spiele
8      Wirtschaft
8.1   Wirtschaftssektoren
8.2   Handelspartner
9      Transport und Verkehr
9.1   Straßenverkehr
9.2   Schienenverkehr
9.3   Luftverkehr
9.4   Wasserverkehr
9.5   Ölleitungen
9.6   Telekommunikation
10    Militär
10.1 Politische Rolle
10.2 Wirtschaftliche Rolle
10.3 Auslandseinsätze
11    Tourismus und-
        Sehenswürdigkeiten
11.1 Museen und -
        historische Plätze
11.2 Badestrände und-
        Landschaften
11.3 Weltkulturerbe und-
        Weltnaturerbe
11.4 Naturschutzgebiete
12    Weblinks
15    Immobilien
14    Reisen
15    Bücher
16    Reisegewinnspiel
17    Reisenewsletter

        Weitere Länder

Medien - Türkei

Die Fernseh- und Radio Landschaft ist in der Türkei als duales System organisiert. Die meisten Verlage und TV-Sender sind in der Hand einiger weniger Medienkonzerne. Daneben unterhält die staatliche Sendergruppe TRT mehrere Fernsehsender.

Die öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehanstalt TRT betreibt vier nationale Fernseh- und fünf Radiosender. Geleitet werden die Fernseh- und Rundfunkanstalten durch eine Direktion. Diese ist zwar formal unabhängig, ihre Mitglieder werden jedoch von der Regierung ernannt. Erst seit 1990 sind private Fernseh- und Rundfunkanstalten zugelassen. Seit dem hat die die TRT relativ schnell ihre frühere Bedeutung verloren. Ihr Marktanteil bleibt inzwischen deutlich unter dem der wichtigsten privaten Konkurrenz.

16 nationale, 15 regionale und 229 lokale Fernsehstation (Stand Mai 2005) konkurrieren auf dem nationalen Fernsehmarkt. Die beliebtesten Fernsehsender ATV, Show-TV, Star, TGRT und Kanal D sind "Vollprogramme", die Unterhaltungsshows, Filme, Serien und Information gleichermaßen senden. NTV, TV8, Habertürk und CNN-Türk bringen Nachrichten nonstop. Die Hörfunklandschaft ist ähnlich vielfältig.

Nach der schweren Wirtschaftskrise 2001 erfasste eine schnelle Konzentrationsbewegung die türkische Medienlandschaft. Viele Medienunternehmen wurden, um ihren Erhalt zu sichern, vom Staat auf- und kurz später wieder privatisiert. Seit dem prägen einige wenige Medienkonzerne die türkische Medienlandschaft.

Die wichtigsten Medienkonzerne sind die Aydin-Dogan-Gruppe (u.a. größte Tageszeitung Hürriyet, Milliyet, Radikal, Kanal D, CNN-Türk), Dinç-Bilgin-Gruppe (Sabah, ATV, u.a.), Ihlas-Gruppe (Türkiye, TGRT, u.a.), Çukurova-Gruppe (Show-TV, Aksam); Dogus-Gruppe (NTV). Einflussstärkste und zugleich auflagenstärkste Zeitungen sind Sabah, Hürriyet, Milliyet, Cumhuriyet, Türkiye und Posta die innerhalb weniger Jahre zur auflagenstärksten Tageszeitung avancierte. Es erscheinen zahlreiche Wochen- und Monatszeitschriften die sich in der Regel auf ein bestimmtes Thema spezialisieren (Frauen-, Motor-, Sportmagazine etc.).

Die Regulierung der privaten Fernseh- und Radiosender obliegt der Regulationsbehörde RTÜK, die sowohl Lizenzen erteilen, entziehen als auch zeitlich begrenzte Sendeverbote erteilen kann. Das Pressewesen ist staatlich nicht (mehr) reguliert, die meisten Printmedien unterliegen jedoch der freiwilligen Selbstkontrolle des türkischen Presserates, der auch Beschwerden zu elektronischen Medien bearbeitet.

Während die Situation der Medienfreiheit in der Türkei in der Vergangenheit eine überaus schwierige war, bis in die späten 90er Jahre hinein zahlreiche Journalistinnen und Journalisten verhaftet und Zeitungen reihenweise geschlossen wurden, hat sich die Lage in den letzten Jahren deutlich entspannt. Obwohl es nach wie vor internationale Kritik an der Situation der Medienfreiheit gibt, und auch in den letzten Jahren noch besorgniserregende Fälle aufgetaucht sind, haben die Reformen der Verfassung und des Pressegesetzes, die auch auf Druck der Europäischen Union zustande gekommen sind, die Situation entschärft. Weitere Herausforderung für die türkische Medienlandschaft bildet der der hohe Konzentrationsgrad, die harte Konkurrenz um den (relativ) kleinen türkischen "Werbekuchen", das Nicht-Vorhandensein einer Berufsvertretung für Journalistinnen und Journalisten.

In der Türkei leben mehrere zehntausend deutschsprachige Europäer, die sich dort ständig oder überwiegend aufhalten. Für diese Zielgruppe gibt es einige deutschsprachige Zeitungen aus der Türkei einschließlich einer Internetzeitung.