Inhaltsverzeichnis:
0 Türkei
1 Geografie
1.1 Lage
1.2 Landschaftsbild
1.3 Klima
1.4 Flora und Fauna
1.5 Städte
2 Geschichte
3 Verwaltung und Politik
3.1 Ergebnis der
Parlamentswahlen
3.2 Verwaltung
3.3 Gewerkschaften
3.4 Außenpolitik
4 Bevölkerung
4.1 Ethnien
4.2 Religion
4.3 Sprachen
4.4 Soziales
5 Bildungssystem
5.1 Schulsystem
5.2 Hochschulen
6 Kultur
6.1 Medien
6.2 Literatur
6.3 Film
6.4 Musik
6.5 Küche
6.6 Sitten und Gebräuche
6.7 Feiertage
7 Sport
7.1 Fußball
7.2 Olympische Spiele
8 Wirtschaft
8.1 Wirtschaftssektoren
8.2 Handelspartner
9 Transport und Verkehr
9.1 Straßenverkehr
9.2 Schienenverkehr
9.3 Luftverkehr
9.4 Wasserverkehr
9.5 Ölleitungen
9.6 Telekommunikation
10 Militär
10.1 Politische Rolle
10.2 Wirtschaftliche Rolle
10.3 Auslandseinsätze
11 Tourismus und-
Sehenswürdigkeiten
11.1 Museen und -
historische Plätze
11.2 Badestrände und-
Landschaften
11.3 Weltkulturerbe und-
Weltnaturerbe
11.4 Naturschutzgebiete
12 Weblinks
15 Immobilien
14 Reisen
15 Bücher
16 Reisegewinnspiel
17 Reisenewsletter
Weitere
Länder
|
Wirtschaftssektoren - Türkei
Die Textilindustrie ist der wichtigste Industriesektor der Türkei und stellt zugleich den größten Anteil bei den Ausfuhren dar. Allein 2004 exportierte die türkische Textilindustrie Waren im Wert von ca. 20 Mrd. $ (2003 waren es noch 15 Mrd. $). Begünstigt wird die starke Stellung der türkischen Textilindustrie dadurch, dass die Türkei der sechstgrößte Baumwollhersteller der Welt ist. Zunehmend gehen die türkischen Textilunternehmen dazu über statt billiger Massenware Markenmode zu produzieren und zu vertreiben. Dadurch versuchen die türkischen Unternehmen der Konkurrenz aus China auszuweichen. Die Türkei gehört weltweit zu den wichtigsten Textilproduzenten. Die Textilindustrie konzentriert sich überwiegend um die Städte Istanbul und Bursa. Insgesamt beschäftigt sie ca. 4 Millionen Menschen.
Daneben gewinnen die Automobilindustrie und die Elektronikbranche zunehmend an Bedeutung. In der Türkei wurden 2004 862.000 Autos produziert, von denen 519.000 exportiert wurden. Zentrum der Automobilindustrie ist die Stadt Bursa. Die Autozulieferindustrie exportierte 1999 Waren im Wert von 2,2 Milliarden Dollar. Etwa 500.000 Menschen arbeiten in dieser Branche. Eine besondere Stärke wurde in den letzten Jahren die Produktion von Fernsehgeräten. Nahezu alle großen Markenhersteller lassen bei den drei türkischen Unternehmen Vestel, Beko oder Profilo-Telra bauen. Ein Drittel aller in Europa verkauften Fernseher wird in diesen Firmen hergestellt. Zuletzt hat aufgrund dieser Stärke die Beko Electronic A.S. das traditionsreiche deutsche Unternehmen Grundig AG aufgekauft. 1999 betrug die Produktion in der Elektroindustrie 2,4 Milliarden Dollar. Farbfernsehgeräte im Wert von 674 Millionen Dollar wurden 1999 exportiert.
Die Investitionen von ausländischen Investoren in der Türkei liegen bei ca. 5,5 Mrd. US-Dollar (2002), davon alleine 4 Milliarden aus Deutschland. Es gibt ein nennenswertes Engagement ausländischer Unternehmen. 2002 gab es 5129 ausländische Kapitalgesellschaften, die in der Türkei aktiv waren, die meisten davon aus EU Staaten.
So lassen die Unternehmen MAN und DaimlerChrysler Busse in der Türkei bauen. Die BSH (Bosch-Siemens Hausgeräte) stellt am Rande von Istanbul Kühlschränke und Küchengeräte her. Das in Iskenderun gebaute Steinkohlekraftwerk ist das größte deutsche Investitionsprojekt, bei dem die Firmen Steag und RWE ca. 1,5 Mrd. US-Dollar investiert haben.
46% der gesamten Importe stammen aus der EU, dies waren im ersten Halbjahr 2003 11 Milliarden US Dollar. Auch zur Erschließung der Absatzmärkte in den früheren GUS Staaten, spielen die Niederlassungen der europäischen Konzerne eine bedeutende Rolle.
Die Türkei ist ein bedeutender Chromerzförderer der Welt, daneben werden Steinkohle, Braunkohle, Eisen-, Blei-, Zink-, Kupfer- und Silbererz gefördert. Im Südosten gibt es geringe Erdölvorkommen.
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftssektor der Türkei und einer der wichtigsten Devisenquellen des Landes. 2004 erreichte die Zahl der ausländischen Touristen mit 17,5 Mio. Urlaubern einen neuen Rekordstand (2003 waren es noch etwa 14 Mio.). Die größte nationale Gruppe unter den Türkei-Touristen stellen mit ca. 4 Millionen die Deutschen gefolgt von den Russen (1,6 Mio) und den Briten (1,3 Mio). Touristische Zentren sind die südliche Ägäis-Küste und die sogenannte türkische Riviera zwischen Antalya und Kap Anamur.
Die Nahrungsmittelindustrie konzentriert sich auf Westanatolien. Der Staat ist noch mit Unternehmen wie Zucker, Tee, Tabak und alkoholische Getränken tätig.
Seit 1980 gewinnt der Weinbau in der Türkei wieder an Bedeutung.
Die offiziellen Angaben zum BSP sind insbesondere im Falle der Türkei mit Vorsicht zu genießen. Da ein erheblicher Teil der Wirtschaftsleistung in der Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit, Schwarzhandel etc.) abläuft, kann diese durch die Behörden nicht erfasst werden. Daher dürfte die „wahre“ volkswirtschaftliche Leistung der Türkei viel höher sein als die offiziellen Angaben.
Die türkische Wirtschaft wuchs in den ersten sechs Monaten des Jahres 2004 mit einer überraschend hohen Wachstumsrate von 13,5 % und überholte damit sogar deutlich den Spitzenreiter China. Dieses Jahr (2005) wächst die türkische Wirtschaft im Vergleich nur noch moderat. Im 1. Quartal konnte das BSP um 5,3% zulegen. Für 2005 erwarten die Analysten von HSBC Securities Türkei weiterhin eine Wachstumsrate von 5,2% (BIP). Nachdem der Staat in den Vorquartalen als Wachstumsmotor ausgefallen war (bedingt durch Haushaltskonsolidierung), meldete sich der Sektor wieder zurück. Die öffentlichen Investitionen sind um über 36% gegenüber dem Vorjahresquartal angestiegen.
|
|